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Simon Wiesenthal Archiv (SWA)

 

Mit rund 200 Laufmetern, die sich vorwiegend über den Zeitraum von 1945 bis 2005 erstrecken, ist das Simon Wiesenthal Archiv (SWA) der umfangreichste Bestand im Archiv des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI). Er setzt sich vor allem aus Schriftgut, aber auch aus Büchern und Broschüren, Karteien, einer Foto- und Objektsammlung sowie AV-Medien und Plakaten zusammen.

 

Unmittelbar nach seiner Befreiung aus dem KZ Mauthausen begann Simon Wiesenthal im Frühsommer 1945 in Linz mit der Suche nach NS-VerbrecherInnen. Die ersten Jahre dieser Suche waren zugleich eng verbunden mit der Hilfe und Unterstützung für die Überlebenden des Holocaust. Die vorübergehende Anwesenheit der Überlebenden, die zu Tausenden in Auffanglagern auf eine Möglichkeit zur Auswanderung warteten, nutzte Wiesenthal zu ihrer systematischen Befragung als ZeugInnen von Verbrechen und erlittenem Unrecht: Hunderte von ihnen wurden so an US-amerikanische und bald auch österreichische Gerichtsverfahren vermittelt, um dort auszusagen.

 

Durch die seit 1948 einsetzende Massenauswanderung der Überlebenden blieb dieses Kapitel zwar nur von kurzer Dauer, die Grundlagen seiner lebenslangen Tätigkeit waren damit allerdings geschaffen. Einen Großteil des in Linz entstandenen Materials übergab Wiesenthal 1956 an das Archiv von Yad Vashem, wo es noch heute verwahrt wird. Ein großer Teil davon ist inzwischen unter der Record Group M.9 online zugänglich. Den Rest des Materials behält er und nimmt es mit nach Wien. Mit der Gründung des Dokumentationszentrums des Bundes Jüdischer Verfolgter des Naziregimes (BJVN) eröffnete Wiesenthal im Herbst 1961 in Wien ein neues Büro, in dem er seine in Linz begonnene Arbeit wiederaufnahm. Er sammelte eine Vielzahl an Dokumenten zu NS-TäterInnen und NS-Verbrechen, die heute unter anderem in Form von rund 8.000 Dossiers nutzbar sind.

 

Vor allem die gesellschaftliche Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und sein damit verbundenes Engagement gegen das Vergessen prägten das Leben und Schaffen Wiesenthals. Vor seinem Tod äußerte Wiesenthal den Wunsch, das gesammelte Material in das – damals noch im Konzeptionsstadium befindliche – Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) zu integrieren. Hier werden die Archivbestände nun systematisch erschlossen, in einer Datenbank erfasst, digitalisiert und so der Forschung sowie einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Mitarbeiter im Rahmen des Projekts zur Ordnung der Korrespondenz von Simon Wiesenthal:


Jan Kiepe
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel. +43 1 890 15 14-401

 

Nutzung des Archivs und Kontakt

 

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Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) wird gefördert von:

 

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