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Aktuelle Veranstaltungen und Calls

21. April 2018 15:30
TagungFaschismus, jetzt auch in Farbe – Teil 2: Nazis und ihr Krieg im Spielfilm heute
Die internationale Tagung gilt Spielfilmen, die heute in Massen- und Mainstreamkontexten auf den Zweiten Weltkrieg zurückblicken – und dies dabei in politisch unterschiedlichen und verschiedenen Soziotopen tun (ohne gleich national cinemas auszuformen). Mehr als um den Kriegsfilm im e...Weiterlesen...
25. April 2018 17:00
VWI invites/goes to...Alicja Podbielska: The Memory of Rescue in Poland
VWI goes to the Institute of East European History of the University of Vienna When, how, and why did Polish Holocaust rescuers become officially designated national heroes? Concomitant with the early 2000s debate on the Jedwabne pogrom, a surge of interest in rescue emerged as a def...Weiterlesen...
05. Mai 2018 18:00
ProjektpräsentationenFernando Rosas: Forced Labour of Portuguese Citizens in the Third Reich
This lecture will present the main results of a research project entitled “Forced Labour of Portuguese Citizens in the Third Reich”, which was carried out at the Institute of Contemporary History of the Faculty of Social Sciences and Humanities / New University of Lisbon by a research...Weiterlesen...

Dubnow-Wiesenthal-Fellowship

 

Im Sommer 2017 fassten die Leitungen des Leipziger Simon-Dubnow-Instituts und des VWI die Möglichkeit eines gemeinsamen Fellowships ins Auge, wobei bei der Themenauswahl die jeweiligen Forschungsschwerpunkte – ‚Jewish Studies’ bzw. Antisemitismus, Holocaust und Rassismus – der beiden Einrichtungen zusammengeführt werden sollen. Nach einem ersten Probelauf wird über die weitere Antragstellung, die künftigen Auswahlkriterien entschieden bzw. muss die Finanzierung – ausschließlich über Drittmittel – gesichert werden.

 

István Pál Ádám

Dubnow-Wiesenthal-Fellow (02/2018–06/2018)

 

Ungarisch-jüdische Juristen auf dem Pfad der Moderne

 

ADAMJüdische Mittelklasse-Familien spielten eine entscheidende Rolle in der Modernisierung Ungarns. Unter dieser Prämisse wird das Forschungsvorhaben den Beitrag jüdisch-ungarischer Rechtsanwälte für die Entwicklung des ungarischen Rechtssystems untersuchen. Es fokussiert dabei auf in Budapest lebende und wirkende Rechtsanwälte zwischen 1867 – dem Jahr des Ausgleichs – und 1947 – dem Jahr der kommunistischen Machtübernahme. Ihre Leistungen wiewohl ihr Aktivismus zeigten sich am meisten in ihrem Kampf für Emanzipation und soziale Gleichstellung der Jüdinnen und Juden, was anhand von Unterlagen aus diversen Budapester Archiven wie ganz persönlicher Dokumente illustriert wird.

Die wichtigsten Beispiele rekurrieren dabei auf Leben, Wirken und die einzelnen Rechtsfälle von Géza Dombovári Schulhof Senior und seinem Sohn Géza Junior. Géza Senior wurde 1848 geboren und starb 1918, während Géza Junior 1878 geboren wurde und in der Zeit des Holocaust Selbstmord verübte. Beide besaßen in Budapest ihre eigenen Rechtsanwaltsbüros, und beide waren sowohl in öffentlichen als auch rechtswissenschaftlichen Fragen involviert. Géza Dombóvári Schulhof engagierte sich politisch, als die Frage der Emanzipation der Jüdinnen und Juden noch immer Neuland war und die Bevölkerungsmehrheit sich diese Entscheidung mit allen Möglichkeiten querstellte: sei es über den Vorwurf von Ritualmorden oder mittels parlamentarischer Interventionen. Sein Sohn wiederum musste sich mit weit brutaleren Formen des Antisemitismus in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzen.

Gleichzeitig trugen beide mit ihren akademischen Arbeiten fundamental zur Entwicklung des ungarischen Rechtssystems bei. Mittels der Darstellung ihrer Biographien, ihrer Rechtsfälle – und mittels des Vergleiches zu anderen Fällen – wird dieses Projekt die Geschichte von Hunderten anderen jüdisch-ungarischen Rechtsanwälten umreißen.

 

István Pál Ádám, absolvierte sein Doktoratsstudium in Geschichte an der Universität Bristol. Sein erstes Buch Budapest Building Managers and the Holocaust in Hungary (Palgrave Macmillan, 2016) wurde zu Teil während seines Junior Fellowships am VWI verfasst. Ádám war infolge zwei Jahre lang Postdoctoral Fellow an der Karls-Universität Prag und dem französischen CEFRES Institut. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen gehören Paramilitary Extremism in Interwar Hungary and its Anti-Jewish Argumentation, die in der Zeitschrift des Masaryk-Instituts Střed/Centre 1/2017, 9-33 veröffentlicht wurde.

Standort

 

An jener Krümmung des 1862 benannten Rabensteigs gelegen, der der Umwallung des Römerkastells Vindobona sowie der mittelalterlichen Burgmauer folgt, ist das VWI-Institutsgebäude auch stadthistorisch und archäologisch bedeutend. Wenige Wiener Häuser weisen noch so viel Baubestand und wichtige Details aus Mittelalter und Früher Neuzeit auf wie das Haus Rabensteig Nummer 3. Noch vor dem Umbaubeginn ermittelten der Bauhistoriker Paul Mitchell, Elisabeth Hudritsch vom Bundesdenkmalamt, Restaurator Hans Hoffmann sowie Constance Litschauer von der Stadtarchäologie Wien Fakten zur Geschichte des Objekts, begleiteten danach die Sanierung wissenschaftlich.

 

Der älteste mittelalterliche Befund – eine Hangmauer – stammt aus dem 12. Jahrhundert. Bis in die Zeit um 1300 entstand auf dem heutige Areal ein mehrgliedriger Steinbau, der drei Kellerräume und ein massives Obergeschoß samt ausgeprägtes Spitzbogenportal besaß. In den nächsten Jahrhunderten wurde das Gebäude zum Teil durch die einflussreiche bürgerliche Familie Pempflinger weiter ausgebaut. Schon auf den auf erste Vermessungen beruhenden Stadtplan von Bonifaz Wolmuet 1547 ist das Gebäude klar zu erkennen: Der Baumeister zeichnet zudem für den erhalten gebliebenen Einstützenraum mit Zentralpfeiler im Nordwesten des Grundstücks verantwortlich, der als Salzhandelsgewölbe geschaffen wurde.

 

Später entstanden unter anderem die damals modernen Gewölbe, eine leider inzwischen zerstörte Säulenhalle und ein Pfeiler aus vermutlich römischem Material im Kellergeschoss. Bei den Arbeiten wurden zahlreiche gefasste und profilierte Holzbalken freigelegt, die aus dem 14., 16. und 17. Jahrhundert stammen und in Wien eine Rarität darstellen.

 

Das heutige Haus entstand erst in der josephinischen Ära: Taschnermeister Anton Steinwalter errichtete ein vierstöckiges Mietshaus, das wohl als Kapitalanlage dienen sollte. Neben acht dunklen Zweizimmer-Wohnungen wurden zwölf mehrräumige, gutbürgerliche Wohnungen geschaffen, die über Kachelöfen, Küche und einen Abtritt verfügten. Das Gebäude überstand die Sanierungsmaßnahmen von Josef Kornhäusel, der ab 1823 den Block mit Gemeindesynagoge und Kornhäuselturm realisierte.

 

Im Zuge der Sanierung wurden nun den denkmalschützerischer Auflagen mittels konservatorischer Maßnahmen Rechnung getragen, einzigartige Elemente wieder freigelegt, restauriert und zum Teil in die Funktionalität des Institutsgebäudes integriert.

 

Das von Architekt Thomas Feiger in liebevoller Klein-, aber auch viel Knochenarbeit instandgesetzte Gebäude beherbergt nun auf fünf Etagen alle Aufgaben des Instituts: Forschung, Dokumentation und Vermittlung. Im Erdgeschoß ist der Empfangsbereich eingerichtet, durch den auch der Zugang zur Bibliothek des Jüdischen Museums Wien gewährleistet ist. Ein kleines Museum – definitorisch ja eine Institution, die eine Sammlung bedeutsamer und lehrreicher Gegenstände aufbewahrt, kategorisiert, erforscht und ausstellt – erinnert hier an die Arbeit und das Wirken von Simon Wiesenthal und damit an das Fundament des Instituts.

 

Das VWI-Archiv mit seinen Beständen aus der Sammlung Wiesenthals und den Teilen des IKG-Archivs mit Holocaustbezug, befindet sich im ersten Stock, dessen Holzbohlen für die Rollregale statisch verstärkt wurden. Der zweite Stock umfasst das Magazin der Bibliothek, die Büros der Dokumentationsabteilungen, nicht zuletzt die Lesesäle für Archiv und Bibliothek. Die nächste Etage ist mit seinen Zimmern der Forschung gewidmet: Hier sind die Fellows untergebracht, die nun – nach den beengten Verhältnissen im alten Büro – über großzügige Flächen für ihre Arbeit, ihre interne Kommunikation sowie Präsentation ihrer Forschungsvorhaben verfügen. Die Research Lounge, ein großer Raum im Herzen des Stockwerks, bietet ausreichend Platz für die Methoden- und Quellenseminare, zum Teil auch für kleinere Vorlesungen und Kolloquien. Im obersten Stock befinden sich schließlich die Arbeitsplätze der weiteren Angestellten des VWI.

 

Für die Innengestaltung des Objekts zeichnete im Auftrag des VWI Architekt Alex Kubik verantwortlich, der unter Verwendung des alten Mobiliars sowie mit neuen, aber schlichten Einrichtungselementen eine unaufdringliche Eleganz zu schaffen wusste. Eine Wandmalerei mit dem Porträt Simon Wiesenthals über drei Stockwerke im zentralen Lichthof verleiht dem Mentor und Initiator des Instituts eine ständige intellektuelle Präsenz im Haus.

VWI-Visuals

 

Die VWI Visuals präsentiert in unregelmäßigen Abständen kaum bekannte, vergessene oder kontroversielle filmische Aufarbeitungen, Kommentare und Dokumentationen zum Thema Holocaust. Expertinnen und Experten stellen vor der Vorführung den Film kurz vor, um ihn danach gemeinsam mit anderen Gästen und dem Publikum näher zu diskutieren, in einen Kontext zu stellen. Mit seinem spezifischen Ambiente, seiner cineastischen Patina hat sich bis jetzt das Wiener Admiralkino als idealer Ort für dieses Veranstaltungsformat erwiesen. Mit dem neuen Standort ergibt sich aber auch die Möglichkeit die Visuals in die Research Lounge des Instituts zu verlagern.

Fellowships 2015/2016
Des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI)

 

Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) gibt die Ausschreibung seiner Fellowships für das Studienjahr 2015/2016 per 1. Oktober 2015 bekannt.

 

Das VWI ist eine noch zu Lebzeiten von Simon Wiesenthal initiierte und konzipierte, vom österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sowie von der Stadt Wien geförderte wissenschaftliche Einrichtung zur Erforschung und Dokumentation von Antisemitismus, Rassismus und Holocaust. Schwerpunkt der Forschungsarbeit ist der Holocaust in seinem europäischen Zusammenhang, einschließlich seiner Vor- und seiner Nachgeschichte.

 

Eingereichte Projekte behandeln die Forschungsthematik des VWI; Fragestellung, Verfahren und Methoden stehen frei. Die Bestände des entstehenden institutseigenen Archivs stehen den Fellows zur Verfügung. Ihre Einbeziehung in die Forschungsarbeit ist erwünscht. Ergebnisse werden im Kreis der Fellows diskutiert und in regelmäßigen Abständen einem größeren Publikum präsentiert.

 


Aktuelle Veranstaltungen

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Aktuelle Publikationen

 

Band 3

 

Band 2

 

S:I.M.O.N

 

 

Weitere Publikationen


Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien wird gefördert von:

bmbwf 179

 

wienkultur 179

 

  BKA 179