Bibliothek

Newsletter

PDF Abonnieren

YouTube-Kanal

News – Veranstaltungen – Calls

24. September 2025 12:00 - 16. Januar 2026 23:59
FellowshipsCfP Fellowships 2026/27
Fellowships 2026/27 at the Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies (VWI) (German version below) The Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies (VWI) invites applications for its fellowships for the academic year 2026/27. The VWI is an academic institution dedicated...Weiterlesen...
07. Januar 2026 00:00 - 09. Januar 2026 00:00
TagungBeyond Camps and Forced Labour
Beyond Camps and Forced Labour View the updated conference programme and more details here. This conference will bring together scholars from a variety of disciplines who are engaged in research on all groups of survivors of Nazi persecution. These will include – but are not limited...Weiterlesen...
29. Januar 2026 18:30
Simon Wiesenthal LectureAndrea Löw: „Die erste Zeit der Befreiung war mir das Leben fast unerträglich.“ Deportierte Jüdinnen und Juden im Jahr 1945
„Jetzt bin ich müde, so furchtbar abgekämpft, und doch sehe ich, daß ich weiter kämpfen muß, weil ich anfangen will zu leben – ja, mit 24 Jahren beginnt man zu leben. Wo fange ich an? Wo ist die Hand, die sich mir in Verständnis und Freundschaft entgegenstreckt und sagt: Komm?“ Dies s...Weiterlesen...

Aurelia Kalisky

Gerda Henkel-Research Fellow (11/2023 – 03/2024)

 

Wie schreiben wir unsere Geschichte? Die unklassifizierbare Geschichtsschreibung jüdischer Überlebender nach der Shoah

 

Aurelia KaliskyDas Projekt befasst sich mit den Werken und Laufbahnen einer Gruppe von Autor:innen, den „survivor scholars“ („gelehrte Überlebende“). Es untersucht Formen der wissenschaftlichen Forschung und Wissensproduktion, die von jüdischen Holocaustüberlebenden bis zur Mitte der 1980er Jahre betrieben wurde. Diese waren von dem gemeinsamen Ziel angetrieben, die Katastrophe zu dokumentieren und ihre Geschichte zu schreiben. Abgesehen von den Unterschieden zwischen ihren Ansätzen haben sie eigenständige historiografische Formen entwickelt, die umso wertvoller erscheinen, als sie jüngste Reflexionen über die Geschichtsschreibung der Shoah und über die Notwendigkeit einer interdisziplinären Entwicklung der Holocaustforschung und Geschichtswissenschaft im Allgemeinen vorwegnehmen.

 

Aurelia Kalisky, Literaturwissenschaftlerin, seit 2021 Fellow am Centre Marc Bloch in Berlin, unterstützt von der Fondation pour la Mémoire de la Shoah. Zahlreiche Artikel über Zeugenschaft, Zeugnisliteratur, Erinnerungspolitik und Geschichtsschreibung im Zusammenhang mit genozidaler Gewalt, insbesondere der Shoah und dem Genozid an den Tutsi in Ruanda.

 

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Katharina Lenski

Gerda Henkel-Research Fellow (10/2023 – 03/2024)

 

„Asozialität“: Konstruktionen von „Unterschichten“ zwischen 1933 und 1989

 

Katharina Lenski„Asozialität“ wird in der Geschichtsschreibung selten thematisiert, obwohl sie nicht nur in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert skandalisiert wird. Wer nicht den gängigen Mustern von Lohnerwerb und Lebensweise entsprach, stand seit der Proklamation des Sozialstaats unter dem Generalverdacht des „Sozialschmarotzertums“. Die Geschichtsschreibung hat den Konstruktionscharakter der „Asozialität“ kaum dechiffriert, so dass deren Funktionen unklar geblieben sind. In der Literatur findet sich die These, dass „Asozialität“ dazu gedient habe, eine „Underclass“ zu konstituieren und damit die „inneren Grenzen“ der Gesellschaft festzulegen. Dabei werden die Handlungssamples der beteiligten Institutionen und Personen als soziale Praxis rekonstruiert. Das Projekt schlägt den Bogen vom Beginn der NS- bis zum Ende der DDR-Diktatur.

 

Katharina Lenski, Historikerin, Soziologin und Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Jena. Mitgründerin und Leiterin des Thüringer Archivs für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“, später Fellow am Imre-Kertész-Kolleg Jena sowie Postdoktorandin und Koordinatorin des Graduiertenkollegs „Die DDR und die Diktaturen nach 1945 in europäischer Perspektive“.

 

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Konstantin Fuks

Gerda Henkel-Research Fellow (04/2025 – 08/2025)

 

Lettische Jüdinnen und Juden im Krieg. Konfrontationen mit dem Holocaust

 

Konstantin FuksIm Mittelpunkt des Projekts steht die Geschichte des Überlebenskampfes der lettischen Jüdinnen und Juden, die während des Zweiten Weltkriegs nach Osten flohen und sich den sowjetischen Kriegsanstrengungen anschlossen. Anhand von neu entdeckten Quellen wie Briefen aus der Kriegszeit, Interviews und Memoiren beleuchtet die Studie die Reaktion der einheimischen Jüdinnen und Juden auf die sowjetische Eroberung Lettlands, auf ihren Entscheidungsprozess, während der deutschen Invasion in der Sowjetunion Zuflucht zu suchen, das Wissen und das Bewusstsein der ins sowjetische Landesinnere geflohenen Jüdinnen und Juden über den Massenmord im besetzten Lettland sowie die Bedeutung der Identität als lettischer Jude und Soldat der Roten Armee in einem Krieg der totalen Vernichtung an der Ostfront. Das Projekt stellt die Studie in den breiteren Kontext der Geschichte der stalinistischen Gesellschaft im Krieg und will die unbekannte Geschichte des jüdischen Widerstands und Überlebens während des Holocausts erzählen.

 

Konstantin Fuks promovierte 2024 in Geschichte und Judaistik an der Universität von Toronto. Seine Forschungen und Veröffentlichungen befassen sich mit der Sozialgeschichte des Krieges, der Revolution und des Holocausts in Lettland, wobei der Schwerpunkt auf der Aufarbeitung der Geschichte der Letten liegt, die während des Zweiten Weltkriegs auf sowjetischer Seite gekämpft haben.

 

 

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Irina Nastasă-Matei

Gerda Henkel-Research Fellow (01/2025 – 06/2025)

 

Die United Romanian Jews of America und ihre Reaktionen auf Antisemitismus und den Holocaust in Rumänien (1918–1970er Jahre)

 

Irina Nastasă-MateiDas Projekt analysiert die rund 60-jährige Unterstützung rumänischer Jüdinnen und Juden durch die United Romanian Jews of America (URJA) angesichts sich im Laufe der Zeit wandelnder Formen des Antisemitismus – sowohl derjenigen aus der Zwischenkriegszeit, die den Weg zum Holocaust bereiteten, als auch der subtileren aus der Zeit des Kommunismus. Die URJA dokumentierte die Verletzungen der Rechte der jüdischen Minderheit durch die rumänischen Regierungen, verhandelte mit den rumänischen und US-amerikanischen Behörden über ihren Schutz und über die Koppelung der Finanz- und Wirtschaftshilfe an eine faire Behandlung der Jüdinnen und Juden und prangerte die antisemitischen Gesetze der Regierung von Octavian Goga aus dem Jahr 1937 an. Während des Zweiten Weltkriegs berichtete sie weltweit über Pogrome, Deportationen und Massenmorde an rumänischen Jüdinnen und Juden, setzte sich für Rettungsmaßnahmen ein und arbeitete mit anderen jüdischen Hilfsorganisationen, wie dem Joint Distribution Committee, zusammen. Die Organisation blieb bis in die 1970er Jahre aktiv. Sie unterstützte weiterhin in den USA und Israel lebende rumänische Jüdinnen und Juden, protestierte gegen die Misshandlung der jüdischen Bevölkerung durch das rumänische kommunistische Regime und setzte sich dafür ein, dass Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt wurden. Der bekannteste Fall waren die erfolgreichen Bemühungen des aus Rumänien geflohenen Zahnarztes und Wiesenthal-Mitstreiters Charles Kremer, Erzbischof Valerian Trifa – einen ehemaligen Anführer der Eisernen Garde – zu denunzieren und aus den USA auszuweisen.

 

Irina Nastasă-Matei ist außerordentliche Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Bukarest. Im Jahr 2013 schloss sie ihre Doktorarbeit in Geschichte zum Thema „Studenten aus Rumänien im Dritten Reich. 1933–1945“ an der Babeș-Bolyai Universität Cluj ab. Sie erhielt mehrere Stipendien, u.a. von der Ludwig-Maximilians-Universität München (DAAD-Forschungsstipendium) und dem Deutschen Kulturforum Mittel- und Osteuropa in München, und leitete internationale Projekte zur transnationalen und jüdischen Geschichte Rumäniens. Sie ist die Autorin der Monographie Bildung, Politik und Propaganda: Rumänische Studenten in Nazi-Deutschland (auf Rumänisch, 2016), Mitautorin des Buches Kultur und Propaganda. Das Rumänische Institut in Berlin, 1940–1945 (mit Lucian Nastasă-Kovacs, 2018 auf Rumänisch und 2023 auf Deutsch), und Autorin von über dreißig Artikeln, darunter mehrere über das jüdische Leben im Rumänien der Zwischenkriegszeit.

 

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bogdan Chiriac

Gerda Henkel Research Fellow (10/2025 – 03/2026)

 

Petitionen gegen die Ungerechtigkeit. Der Widerstand der Rom:nja in Transnistrien während des Holocaust

 

Chiriac photoDieses Forschungsprojekt untersucht die verschiedenen Arten von Petitionen, die von deportierten Rom:nja als Reaktion auf staatlich geförderte Gewalt und Verfolgung in Rumänien zwischen 1942 und 1944 eingereicht wurden. Dabei soll die Handlungsfähigkeit gewöhnlicher Roma-Männer und -Frauen in den Vordergrund gerückt werden, indem von der traditionellen historischen Erzählung abgewichen wird, die sie auf die Rolle passiver Opfer der Verfolgung reduzierte. Vielmehr werden ihre Petitionen als mutige, aber vergebliche Versuche betrachtet, das autoritäre Antonescu-Regime, das 1942 ihre Deportation initiierte, zu beeinflussen.

 

Insgesamt werden die Roma-Petent:innen als aktive Akteur:innen betrachtet, die zwar Verfolgung ausgesetzt, aber nicht völlig entrechtet waren und diese Bitten nutzten, um eine Form von Hilfe oder Rechtsmittel zu suchen sowie gegen das zu protestieren, was sie als Ungerechtigkeiten empfanden. Auf der Grundlage von Archivquellen und Zeugenaussagen von Holocaust-Überlebenden wird dieses Projekt diese Bitten in den größeren Kontext von Petitionen während des Krieges einordnen und ihren Wert als Mittel neu bewerten, mit dem verfolgte Minderheiten ihre Beschwerden zum Ausdruck brachten und Missstände anprangerten, wobei sie sich der Risiken bewusst waren, die mit der Infragestellung der staatlichen Politik in undemokratischen Regimen während des Zweiten Weltkriegs verbunden waren.

 

Bogdan Chiriac ist ein unabhängiger Forscher aus Rumänien, der auf dem Gebiet der modernen und zeitgenössischen rumänischen Geschichte tätig ist. Er erhielt seinen B.A. in Geschichte (2005) von der Alexandru Ioan Cuza Universität in Iași. Er absolvierte sein Postgraduiertenstudium an der Central European University in Budapest, wo er seinen M.A. in Nationalismusstudien (2008) und seinen Ph.D. in Vergleichender Geschichte (2017) erwarb. Er war an mehreren Forschungsprojekten beteiligt, die sich mit Holocaust-Studien, den Prozessen gegen Kriegsverbrecher im Rumänien der Nachkriegszeit und der Geschichte der Roma in Rumänien befassten.

 

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Jan Elantkowski

Gerda Henkel Research Fellow (02/2026 – 07/2026)

 

Die Verbreitung originaler Holocaust-Fotografien und Fotografie als Mittel zur Bewältigung des Holocaust-Traumas in den Werken mittel- und osteuropäischer Künstler im Laufe der Jahrzehnte

 

elantkowski photoDieses Forschungsprojekt untersucht die Verbreitung von Originalfotografien des Holocaust und deren Verwendung als Mittel zur Auseinandersetzung mit dem Trauma des Holocaust in den Werken mittel- und osteuropäischer Künstler:innen. Während die Auseinandersetzung mit solchen Bildern ein globales Thema ist, liegt der Schwerpunkt hier darauf, wie Künstler:innen aus der Region historische Fotografien integriert und neue Strategien entwickelt haben, um sich mit dem Trauma auseinanderzusetzen. Ausgehend von Fallstudien zu Boris Lurie, einem jüdischen Künstler aus Osteuropa, der sich nach dem Krieg in den Vereinigten Staaten niederließ, untersucht das Projekt seine Werke aus den 1950er- und 1960er-Jahren, in denen er Holocaust-Fotografien mit der amerikanischen Konsumkultur der Nachkriegszeit kombiniert.

 

Diese Studie berücksichtigt auch frühere Beispiele, wie Władysław Strzemińskis Collagenreihe An meine Freunde, die Juden aus dem Jahr 1945, in der persönliche Kriegserfahrungen mit Holocaust-Bildern verschmelzen. In den späteren Jahrzehnten, beispielsweise den 1980er Jahren und darüber hinaus, untersucht sie Péter Forgács' Verwendung von Originalfilmaufnahmen zur Konstruktion vielschichtiger Erinnerungsnarrative sowie Werke von Elżbieta Janicka, Attila Szűcs und Marcell Esterházy, deren Kunst sich weiterhin mit dem Trauma des Holocaust und seinen anhaltenden Auswirkungen auseinandersetzt.

 

Jan Elantkowski ist Kunsthistoriker und Kurator in Budapest. Er promovierte an der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest und erwarb einen Master-Abschluss in Kunstgeschichte an der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen. Er hat Veröffentlichungen über zeitgenössische Kunst aus Mittelosteuropa und künstlerische Darstellungen von Traumata und dem Holocaust verfasst. Von 2015 bis 2018 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für osteuropäische Kunstgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2018 arbeitet er als Kurator und Kunsthistoriker im Ludwig Múzeum – Museum für zeitgenössische Kunst in Budapest.

 

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Anastasia Felcher

Gerda Henkel-Research Fellow (10/2022 – 08/2023)

 

Debatten über den Holocaust im jüdischen Samizdat: Politische Agenda, Selbstlegitimation und Erinnerungsarbeit

 

Anastasia FelcherMit diesem Projekt soll das kulturelle Nachleben des Holocaust in der Sowjetunion erforscht werden, wie es auf den Seiten von unzensierten Publikationen, Büchern, Zeitschriften und Petitionen – dem so genannten jüdischen Samizdat – zum Ausdruck kam. Dabei sollen die politischen und erinnerungspolitischen Funktionen der Aufarbeitung der traumatischen Vergangenheit auf den Seiten verbotener Texte zu jüdischen Themen aufzeigen.

Nonkonformistische politische und kulturell-literarische Werke des jüdischen Samizdat wurden in den späten 1960er bis späten 1980er Jahren im ganzen Land unsystematisch produziert. Diese Texte, die über inoffizielle Kanäle verbreitet wurden, unterstützten den jüdischen Kampf um die Auswanderung aus der Sowjetunion. Die Arbeit ist ein Versuch, das Zusammenspiel zwischen unzensierten Medien, jüdischem Nationalismus und der Erinnerung an den Holocaust unter den restriktiven Bedingungen der sowjetischen Staatspolitik, der Erinnerungspolitik und des Siegeskults im Zweiten Weltkrieg zu verstehen.

 

Anastasia Felcher, Historikerin und Kulturerbeforscherin. Promotion 2016 zu Management und Entwicklung des kulturellen Erbes. Seit 2020 Archivarin für die slawische Sammlung im Vera and Donald Blinken Open Society Archives an der Central European University in Budapest tätig, wo sie in slawischen, jüdischen und Samizdat Sammlungen recherchierte.

 

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Marta Havryshko

Gerda Henkel – Research Fellow (2/2021 – 9/2021)

 

Krieg gegen den Körper von Frauen. Sexuelle Gewalt während des Holocaust in der Ukraine

 

Web HavryshkoSexuelle Gewalt gehört zu den schrecklichsten Erfahrungen, die Frauen während des Holocausts machten. Anhand eines gendertheoretischen Zugangs werden in diesem Forschungsprojekt die Ursachen, Muster, Dynamiken und Folgen sexueller Gewalt gegen jüdische Frauen und Mädchen während der Shoah in der Ukraine analysiert. Dabei stehen folgende Fragen im Fokus: War sexuelle Gewalt eher eine ‚Nebenerscheinung’ oder eher ein kalkuliertes Instrument zur Vernichtung? Wie und wieso kann sexuelle Gewalt, insbesondere Vergewaltigung, als Werkzeug von Terror, Erniedrigung, Strafe, Rache und Entmenschlichung, zur Demonstration von Macht, für den Zusammenhalt von TäterInnen und für die Konstruktion von Geschlechterrollen betrachtet werden? Darüber hinaus soll über das Projekt ein Resonanzraum für die Stimmen und Perspektiven jüdischer Frauen geschaffen werden.

 

Marta Havryshko ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ivan-Krypiakevych-Institut für Ukrainistik in Lemberg. Ihr Forschungsschwerpunkt ist sexuelle Gewalt in Kriegen und Genoziden. Sie erhielt Stipendien u.a. vom United States Holocaust Memorial Museum, von Yad Vashem, vom Deutschen Akademischen Austauschdienst und von der Monash University in Melbourne.

 

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

 

gerdaHeneklStiftung

Emily Gioielli

Research Fellow (01/2022-08/2022)

 

Kataklysmus: Wasser und der Holocaust in Zentraleuropa, 1933-1945

 

Gioielli„Kataklysmus“ ist der sozio-ökologischen Geschichte des Holocaust im östlichen Zentraleuropa gewidmet. Das Element Wasser dient dabei als Konnex, um zu ergründen wie hybride menschlich-ökologische Prozesse die Praktiken, Erfahrungen, Räume und Erinnerungen von Gewalt und Verfolgung der europäischen Juden geprägt haben und wie, im Umkehrschluss, der Massenmord von Umwelt und Ökologie beeinflusst war. Anhand von Methoden und Leitfragen aus den Fachbereichen der Umwelt- und der Sozialgeschichte untersucht „Kataklysmus“ vier Themengebiete, die sich durch besonders starke Wechselwirkungen und Spannungen zwischen menschlichem Handeln und natürlichen Prozessen der unmittelbaren Umwelt auszeichnen: die Konstruktion genozidaler Räume und „Paria-Landschaften“; Zwangsarbeit in Camps und Ghettos, Massentötungsoperationen; und Widerstand und Anpassung an eine Umwelt der Zerstörung, die das nationalsozialistische Regime und deren Verbündete in Zentral-, Ost- und Südosteuropa geschaffen hatten.

 

Emily Gioielli ist ab August 2021 Assistenzprofessorin der Geschichte am Humanities and Arts Department des Worcester Polytechnic Institute. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen: Geschichte der Gewalt und des Regimewechsels aus transdisziplinärer Perspektive, Frauengeschichte, sowie Gender und Sexualität im Zentraleuropa des 20. Jahrhunderts. Ihr Doktorat hat sie an der Central European University (Budapest) abgeschlossen und ihre Forschungen wurden vom Imre Kertész Kolleg Jena, dem American Council of Learned Societies (ACLS), dem Rockefeller Archive Center, und den Open Society Archives in Budapest unterstützt.

 

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kamil Kijek

Gerda Henkel – Research Fellow (03/2022-08/2022)

 

Das letzte polnische Shtetl? Die jüdische Gemeinde in Dzierżoniów, die Jüdische Welt, der Kalte Krieg und der Kommunismus (1945-1950)

 

KijekDas Hauptanliegen meiner Forschung ist die Behandlung einiger der zentralen Themen- und Problemkomplexe der polnisch-jüdischen, jüdischen und polnischen Geschichtsschreibung in der Nachkriegszeit und während des Kalten Krieges, die anhand einer kleinstädtischen, jüdischen Gemeinde aus mikrohistorischer Perspektive behandelt werden. Die jüdische Gemeinde in Dzierżoniów bietet dabei einen besonders spannenden Forschungsgegenstand, da ihre Mitglieder noch im Juli 1946 fast 50% der gesamten Stadtbevölkerung ausmachten. Im Prisma der Mikrogeschichte untersuche ich jüdischen Transnationalismus auf beiden Seiten des “Eisernen Vorhangs”, Zionismus sowie Kommunismus und deren Rivalität, Antisemitismus und polnisch-jüdische Beziehungen, und schließlich die Rolle der polnischen Übernahme jenes ehemals deutschen Landstrichs, in dem Dzierżoniów (Reichenbach) lag, für die jüdische Gemeinde.

 

Kamil Kijek ist Assistant Professor am Institut für Jüdische Studien der Universität Wrocław. Er hat zahlreiche Fellowships in den USA, Israel, Deutschland und Großbritannien innegehabt. Zu seinen Forschungsinteressen zählen die jüdische Geschichte Zentral- und Osteuropas am Ende des 19. und im 20. Jahrhundert sowie soziale und kulturelle Theorie. 2018 wurde er für seine Publikation Jews and Illiberal Regimes in Eastern Europe after 1917 vom Leonid Nevzlin Research Center for Russian and East-European Jewry der Hebrew University ausgezeichnet.

 

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

gerdaHeneklStiftung

Dezember 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4

 

Aktuelle Publikationen

 

Band 12

 

Band 12

 

SIMON-03-2025

 

 

Weitere Publikationen


Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) wird gefördert von:

 

BMFWF_Logo

 

wienkultur 179

 

  BKA 179