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Veranstaltungen

 

 

Mit seinen wissenschaftlichen Veranstaltungen versucht das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) die neuesten Ergebnisse im Bereich der Holocaust-, Genozid- und Rassismusforschung einem breiteren ebenso wie einem ausgewiesenen Fachpublikum regelmäßig näher zu bringen. Die unterschiedlichen Formate dieser über einen engen Wissenschaftsbegriff hinausweisenden Veranstaltungen, die von in einem kleinen Rahmen gehaltenen gehaltenen Vorträgen, den Simon Wiesenthal Lectures über für ein Fachpublikum interessante Workshops bis zu großen internationalen Tagungen, den Simon Wiesenthal Conferences reichen, spiegeln das breite Tätigkeitsfeld des Instituts wider.

 

Präsentationen von ausgewählten Neuerscheinungen zu den einschlägigen Themen des Instituts, Interventionen im öffentlichen Raum, die Filmreihe VWI Visuals und die Fachkolloquien der Fellows runden die Palette der Veranstaltungen des Instituts weiter ab.

 

 

 

Intervention
Kochbuch zum Überleben. Gastspiel des Golem-Theaters, Budapest
   

Sonntag, 11. November 2018, 11:00 - 14:30

Rote Bar im Volkstheater, Arthur-Schnitzler-Platz 1, 1070 Wien

 

Eine ungewöhnliche Aufführung, in einer ungewöhnlichen Inszenierung: In einem Theaterstück erzählt Hedvig Weisz ihre Zeit als Zwangsarbeiterin im Lager Lichtenwörth 1944/45 und ihre Zeit im staatssozialistischen Ungarn mithilfe eines Kochbuchs. Wie kann man, tagein tagaus Tod und Verderben ausgesetzt, dem Hunger in einem KZ beikommen? Welches Gericht charakterisiert den stalinistischen Terror am Besten? Darf man den Sabbatkuchen mit Schweineschmalz backen?

Miklos Toldy© Miklós ToldyTante Hédis Kochkünste beginnen im Lager Lichtenwörth. Hier, südlich von Wien, wurde im Dezember 1944 ein Lager für 2.500 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter eingerichtet. Sie mussten auf dem nackten Betonboden schlafen und erhielten Hungerrationen: eine wässrige Dörrgemüsesuppe und etwas verschimmeltes Brot. Bis zur Befreiung des Lagers am 2. April 1945 starben 180 Personen, danach noch weitere 75 bis 80.

Tante Hédis Kochbuch bleibt Träumerei inmitten des Elends: Mit imaginären Rezepten, Zutaten und Serviervorschlägen versucht es, dem ständigen Hunger Genüsse abzutrotzen. Den Jahren des NS-Terrors folgt der Stalinismus mit seinem allgegenwärtigen Mangel an allem, mit seinen Rationierungen und Lebensmittelmarken. Aber auch dem ‚Gulaschkommunismus’ mit seinen noch immer sehr beschränkten Zugängen zu wichtigen Zutaten für ausgefuchste oder auch einfach nur bodenständige Speisen kommt das Kochbuch mit seiner eigenen Raffinesse bei – und erlaubt es, noch einmal die Verlogenheit, Fadesse und biedermeierliche Zurückgezogenheit der Kádár-Zeit zu schmecken. Das Budapester Golem-Theaters bittet das Publikum zu Tisch, um das vergangene Jahrhundert nicht nur zu hören oder zu sehen, sondern auch mit den Geschmacksnerven zu erfahren, es zu „verspeisen“.

Danach ein Gespräch mit András Borgula (Skript und Bühnenbild) und Szilvia Czingel (Herausgeberin des Kochbuchs zum Überleben) in englischer Sprache, moderiert von Éva Kovács (VWI).

In Kooperation mit:

volkstheater og

Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) richtet rund um das Gedenken an die Pogromnacht 1938 verschiedene Veranstaltungen aus. Mehr Informationen entnehmen Sie bitte der Einladung:

09111938 Cover

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Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) wird gefördert von:

 

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