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VWI goes to ... / VWI invites ...

 

Der Kolloquienzyklus der VWI-Fellows

 

Die VWI-Fellows präsentieren Zwischenresultate ihrer Forschungsvorhaben im Rahmen von Kolloquien, die – im kleinen Rahmen angekündigt – auch einer akademisch und inhaltlich interessierten Öffentlichkeit zugänglich sind. Die Vorträge werden durch eine im jeweiligen Thema ausgewiesene Fachperson in Form einer Respondenz oder eines Kommentars begleitet und von den anderen Fellows und dem Publikum diskutiert.

 

Das Veranstaltungsformat VWI goes to … war ursprünglich aus akutem Raummangel geboren worden, konnte doch das Institut an seinem früheren Standort, am Desider-Friedmann-Platz nicht einmal eine kleine Veranstaltung organisieren. Allein aus dem Kontakt zu anderen akademischen Einrichtungen in Wien, zum Teil auch in der weiteren Region, ergab sich in der Folge – auch dank der jeweils eingeladenen Kommentatorinnen und Kommentatoren – wiederum die einzigartige Möglichkeit, die Fellows und die Forschungen des VWI mit anderen Institutionen, methodischen Ansätzen, Forschungsfragen und Ideen zu vernetzen, das Institut in den regionalen Forschungsraum noch mehr zu integrieren. Aus diesem Grund wurde entschieden, das Format auch am neuen Standort beizubehalten. Gleichzeitig eröffnete sich aber am Rabensteig auch die Gelegenheit, zu diesen Kolloquien Institutionen auch an das VWI einzuladen. Aus diesem Grund trägt ab Herbst 2016 das VWI-Kolloquium entsprechend alternierend auch die Bezeichnung VWI invites... .

 

 

VWI invites/goes to...
Michal Schvarc: „Dass der Jude unser größter Feind ist, darüber sind wir uns alle klar“. Die Karpatendeutschen und ihr Anteil am Holocaust in der Slowakei
   

Mittwoch, 13. Juni 2018, 15:00 - 17:00

Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI), 1010 Wien, Rabensteig 3, Research Lounge, 3. Stock

 

VWI invites the Institute of History, Slovak Academy of Sciences

SchvarcDer Vortrag zielt darauf ab, die Rolle der deutschen Minderheit im Holocaust in der Slowakei im Kontext der slowakischen und nationalsozialistischen antisemitischen Politik zu untersuchen. Hierfür sollen Zugänge der sozialhistorischen Analyse, der quantitativen sowie qualitativen Zeitungsanalyse und der politik- und organisationsgeschichtlichen Forschung zum Nationalsozialismus mit den Ansätzen der Mikrogeschichte und der NS-Täterforschung kombiniert werden. Das Vorhaben fragt nach Interdependenzen zwischen Rassenideologie, antisemitischer Propaganda und alltäglicher Praxis. Zunächst werden die antisemitische Propaganda der Deutschen Partei als der alleinigen Repräsentantin der Karpatendeutschen nach 1938, die Teilnahme ihrer Angehörigen an den antijüdischen Ausschreitungen sowie die Mitwirkung der Partei am Arisierungsprozess in der Slowakei in den Blick genommen. Diskutiert wird auch die Rolle der paramilitärischen Freiwilligen Schutzstaffel bei der Deportation der Juden 1942, die Reaktionen der deutschen Bevölkerung auf die Ereignisse und Massentötung sowie das Verhalten der Deutschen Partei und ihrer Teilorganisationen nach militärischer Besetzung des Landes durch NS-Deutschland Ende August 1944 in Bezug auf die Judenverfolgung. Ausblickend wird der Frage nachgegangen, ob und inwieweit die karpatendeutschen Täter in der Nachkriegszeit und später in den 1950ern und 1960ern – sei es in der Tschechoslowakei oder in der Bundesrepublik Deutschland – zur Rechenschaft gezogen wurden. Das geplante Projekt ist in dieser Form der erste Versuch, die Problematik zusammenfassend und synthetisierend darzustellen.

Kommentiert von Miloslav Szabó

Michal Schvarc ist derzeit Research Fellow im VWI und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Historischen Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften und im Slowakischen Nationalmuseum – Museum der Kultur der Karpatendeutschen. Themenschwerpunkte: deutsche Minderheit in der Slowakei 1918–1945; deutsch-slowakische Beziehungen 1938–1945, SS-Volkstumspolitik in Mittel- und Südosteuropa.

Miloslav Szabó war Research Fellow im VWI. Derzeit ist er Marie Curie Fellow am Historischen Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften in Bratislava. Forschungsschwerpunkte: Geschichte des Antisemitismus, Faschismus und Katholizismus in Mitteleuropa um 1900 und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Bitte melden Sie sich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bis Dienstag, 12. Juni 12.00 Uhr, an und bringen Sie einen gültigen Lichtbildausweis mit!

Hier finden Sie die Einladung als PDF.

In Kooperation mit:
Institute of History Slovak Academy

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