| Simon Wiesenthal Lecture | |||
| Andrea Löw: „Die erste Zeit der Befreiung war mir das Leben fast unerträglich.“ Deportierte Jüdinnen und Juden im Jahr 1945 | |||
Donnerstag, 29. Jänner 2026, 18:30 - 20:00 Vienna Wiesenthal Institute, Research Lounge, 1010 Wien, Rabensteig 3
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Andrea Löw ist wissenschaftliche Leiterin des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte München und lehrt an der Universität Mannheim. 2022 war sie Gastwissenschaftlerin am United States Holocaust Memorial Museum in Washington. Publikationen u.a.: Deportiert. „Immer mit einem Fuß im Grab“ – Erfahrungen deutscher Juden (S. Fischer, 2024) und Juden im Getto Litzmannstadt. Lebensbedingungen, Selbstwahrnehmung, Verhalten (Wallstein, 2006). Anmeldung bis 28. Jänner 2026 unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und bringen Sie bitte einen gültigen Lichtbildausweis mit. Foto: Edith Blau 1946 (c) USHMM, RG-10.250 Edith Brandon papers Mit der Teilnahme an dieser Veranstaltung stimmen Sie der Veröffentlichung von Fotos, Video- und Audioaufzeichnungen zu, die im Rahmen der Veranstaltung entstehen. |
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„Jetzt bin ich müde, so furchtbar abgekämpft, und doch sehe ich, daß ich weiter kämpfen muß, weil ich anfangen will zu leben – ja, mit 24 Jahren beginnt man zu leben. Wo fange ich an? Wo ist die Hand, die sich mir in Verständnis und Freundschaft entgegenstreckt und sagt: Komm?“ Dies schreibt Edith Blau, die Ende 1941 nach Riga deportiert worden war, im Mai 1945. Deutsche und österreichische Jüdinnen und Juden, die nach ihrer Deportation „nach Osten“ mehrere Jahre in Ghettos und Lagern überlebt hatten, fanden sich nach der Befreiung häufig in einer in vielfacher Hinsicht komplizierten Situation vor: Geschwächt und krank, oftmals vollkommen allein und ohne das Wissen, ob ihre Liebsten überlebt hatten, irgendwo weit entfernt von den Orten, an denen sie einmal gelebt hatten. Wohin sollten sie gehen, nachdem sie teilweise sogar von ihren Nachbar:innen aus dem Land, das hauptverantwortlich für den Massenmord war, vertrieben worden waren? Wo konnte nun ihre Heimat sein? Der Vortrag schildert auf der Grundlage ihrer Selbstzeugnisse die schwierige Situation dieser deutschsprachigen Jüdinnen und Juden.