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Simon Wiesenthal Lecture
Dirk Rupnow: Zwischen Ignoranz und Missbrauch. Zum Stand von Geschichtspolitik, Erinnerungskultur und Holocaust-Gedenken
   

Donnerstag, 19. November 2020, 18:30 - 20:00

Live-Stream aus der Research Lounge des VWI

 

Fragen von Geschichtspolitik und Erinnerungskultur stehen wieder im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Auch die Holocaust-Erinnerung scheint nach der Phase ihrer Globalisierung und Institutionalisierung erneut einem tiefgreifenden Wandlungsprozess unterworfen zu sein. Der Vortrag versucht, den aktuellen Stand und die gegenwärtigen Herausforderungen im europäischen, „westlichen“ und globalen Kontext zu skizzieren. Aufgeworfen werden damit (erneut) Fragen nach der Bedeutung der Holocaust-Erinnerung in den europäischen Migrationsgesellschaften, nicht zuletzt in Zeiten der als krisenhaft wahrgenommenen Zuwanderung nach Europa und der daraus resultierenden Abschottungstendenzen sowie eines sich deutlich zeigenden Rassismus und einer im stetigen Wachsen begriffenen Islamophobie; und gleichzeitig nach dem globalen Konkurrenzverhältnis zwischen der Erinnerung an den Holocaust und an die Verbrechen europäischer Kolonialmächte in der Welt sowie deren Stellenwert in einem europäischen Gedächtnis – allesamt keine neuen Fragen, aber weiterhin bzw. wohl zunehmend relevant und umstritten.

Dirk Rupnow, Universitätsprofessor am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck und derzeit Dekan der Philosophisch-Historischen Fakultät. Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des VWI und war wiederholt Gast am Center for Advanced Holocaust Studies des USHMM. Als Konsulent war er an der Eröffnungsausstellung (2018) des Hauses der Geschichte Österreich in Wien beteiligt, fungierte 2017 als Distinguished Visiting Austrian Chair Professor an der Stanford University. Wichtigste Publikationen: (Hg., mit Günter Bischof), Migration in Austria, Innsbruck 2017; (Hg., mit Amos Morris-Reich), Ideas of 'Race' in the History of the Humanities, London 2017; (Hg., mit Iris Roebling-Grau), „Holocaust“-Fiktion. Kunst jenseits der Authentizität, Paderborn 2015; (Hg., mit Heidemarie Uhl), Zeitgeschichte ausstellen in Österreich. Museen – Gedenkstätten – Ausstellungen, Wien/Köln/Weimar 2011; Judenforschung im Dritten Reich. Wissenschaft zwischen Politik, Propaganda und Ideologie, Baden-Baden 2011; Vernichten und Erinnern. Spuren nationalsozialistischer Gedächtnispolitik, Göttingen 2005.

Die Lecture wird vor geladenem Publikum in der Research Lounge des VWI stattfinden und im Internet übertragen werden. Die genaue Zugänglichkeit wird noch bekanntgegeben.

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