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Veranstaltungen

 

 

Mit seinen wissenschaftlichen Veranstaltungen versucht das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) die neuesten Ergebnisse im Bereich der Holocaust-, Genozid- und Rassismusforschung einem breiteren ebenso wie einem ausgewiesenen Fachpublikum regelmäßig näher zu bringen. Die unterschiedlichen Formate dieser über einen engen Wissenschaftsbegriff hinausweisenden Veranstaltungen, die von in einem kleinen Rahmen gehaltenen gehaltenen Vorträgen, den Simon Wiesenthal Lectures über für ein Fachpublikum interessante Workshops bis zu großen internationalen Tagungen, den Simon Wiesenthal Conferences reichen, spiegeln das breite Tätigkeitsfeld des Instituts wider.

 

Präsentationen von ausgewählten Neuerscheinungen zu den einschlägigen Themen des Instituts, Interventionen im öffentlichen Raum, die Filmreihe VWI Visuals und die Fachkolloquien der Fellows runden die Palette der Veranstaltungen des Instituts weiter ab.

 

 

 

Simon Wiesenthal Lecture
Irina Scherbakowa: Russlands unvorhersagbare Vergangenheit. Postsowjetische Erinnerung an Stalinismus und Krieg
   

Donnerstag, 22. Oktober 2015, 18:30 - 20:00

Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, Minoritenplatz 1, 1010 Wien

 

Ein paradoxer Spruch im heutigen Russland besagt, dass die Vergangenheit des Landes nicht vorhersagbar sei, präge doch die Interpretation der gegenwärtigen politischen Verhältnisse immer auch das Bild der russischen bzw. der sowjetischen Vergangenheit. Allein um zu verstehen, warum sich Russland wieder in dieser erdrückenden Umklammerung einer „nichtvorhersagbaren Vergangenheit“ befindet und warum – 62 Jahre nach seinem Tod – noch immer das Verhältnis zu Stalin der alleinige Gradmesser dafür ist, wie jemand zu Demokratie und liberalen Werten steht, müssen die gesellschaftlichen Verhältnisse der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre näher beleuchtet werden. Kann die Interpretation der Vergangenheit Menschen wieder trennen und ideologische Basis neuer Konflikte, eines neuen Kalten Krieges oder der Legitimierung eines autoritären Regimes sein? Wird das Überdenken der Geschichte, die Tatsache, dass man sich der Verantwortung für die eigene Vergangenheit stellt, eine Rolle bei der Schaffung und Bewahrung demokratischer Werte spielen?&

Irina Scherbakowa, Germanistin, Übersetzerin und Historikerin, arbeitet für die Menschenrechtsgesellschaft MEMORIAL in Moskau, wo sie den Geschichtswettbewerb für Jugendliche koordiniert. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Stalinismus und Totalitarismus, die Geschichte des GULAG sowie Fragen des kulturellen Gedächtnisses und der Geschichtspolitik in Russland. Sie wurde mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik ausgezeichnet. Seit 2012 ist sie Mitglied des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des VWI. 1997 publizierte sie (gemeinsam mit Susanne Scholl) Moskauer Küchengespräche, im Jahr 2000 Nur ein Wunder konnte uns retten und 2010 Zerrissene Erinnerung. Ihre jüngste Veröffentlichung ist Gulag. Spuren und Zeugnisse.

SWL-42 Sherbakova

 

 

 

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