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Veranstaltungen

 

 

Mit seinen wissenschaftlichen Veranstaltungen versucht das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) die neuesten Ergebnisse im Bereich der Holocaust-, Genozid- und Rassismusforschung einem breiteren ebenso wie einem ausgewiesenen Fachpublikum regelmäßig näher zu bringen. Die unterschiedlichen Formate dieser über einen engen Wissenschaftsbegriff hinausweisenden Veranstaltungen, die von in einem kleinen Rahmen gehaltenen gehaltenen Vorträgen, den Simon Wiesenthal Lectures über für ein Fachpublikum interessante Workshops bis zu großen internationalen Tagungen, den Simon Wiesenthal Conferences reichen, spiegeln das breite Tätigkeitsfeld des Instituts wider.

 

Präsentationen von ausgewählten Neuerscheinungen zu den einschlägigen Themen des Instituts, Interventionen im öffentlichen Raum, die Filmreihe VWI Visuals und die Fachkolloquien der Fellows runden die Palette der Veranstaltungen des Instituts weiter ab.

 

 

 

CfP - Simon Wiesenthal Conference
Call for Papers: Simon Wiesenthal Conference 2014: Der Holocaust im Fernsehen. Von den Anfängen bis heute / Genocide at Prime Time. The Holocaust on TV
   

Vom Donnerstag, 15. Mai 2014 -  00:00
Bis Sonntag, 22. Juni 2014 - 23:30

 

Veranstalter:

Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Rundfunk (ORF)

 

Wien, 4.-6. Dezember 2014

 

Die Ausstrahlung der US-Miniserie Holocaust. Die Geschichte der Familie Weiss versetzte Ende der 1970er-Jahre das Fernsehpublikum der USA, Westeuropas und Israels in Aufregung. Die Serie war umstritten, die Rezeption blieb stets ambivalent, und sagte viel über den Umgang, die Erinnerung, das Vergessen beziehungsweise die Verdrängung des Judenmords aus. In Osteuropa konnte Holocaust erst nach der Wende ausgestrahlt werden, wodurch die Rezeption entsprechend verändert war.

 

Heute lässt sich konstatieren, dass die Trivialisierung des Schicksals einer deutsch-jüdischen Familie in den Jahren 1933-1945 einen Epochenbruch in der Erinnerung an die Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden bewirkte und deren mediale Repräsentation maßgeblich beeinflusste. Die Serie markierte den Beginn einer globalen Erinnerungskultur, eröffnete das Potenzial für transnationale, universale Bezugsrahmen. Holocaust, ein vorher wenig bekannter und verwendeter Begriff, wurde nun zu einer – anfänglich durchaus noch umstrittenen – allgemeinen Bezeichnung des nationalsozialistischen Mordes an den Juden.

 

Die Simon Wiesenthal Conference 2014 nimmt den 35. Jahrestag der Ausstrahlung der Serie im österreichischen Fernsehen (ORF) zum Anlass, die Aufarbeitung des Holocaust in den US-amerikanischen sowie den europäischen – Ost und West ausdrücklich gleichermaßen – nationalen Fernsehkulturen in Augenschein zu nehmen und zu klären, inwieweit die Serie Holocaust, ob sie nun ausgestrahlt wurde oder nicht, die televisionäre Aufarbeitung des NS-Massenmordes beeinflusste.

 

Im Fokus steht dabei aber nicht nur die Miniserie Holocaust selbst, sondern auch die Analyse der Rezeption bzw. die Diskussion der Serie stellt nur den Aufhänger für eine breitere Untersuchung der Darstellung des Judenmordes im Fernsehen dar. Häufig wird vergessen, dass der Judenmord bereits vor der Ausstrahlung von Holocaust in zahlreichen TV-Produktionen – im trivialen, künstlerischen, fiktionalen, aber auch dokumentarischen Bereich – thematisiert wurde. Dies führte auch im frühen Fernsehen zu heftigen Debatten, die – in unterschiedlichen politischen Systemen und je nach der spezifischen Erinnerungskultur der einzelnen Gesellschaften – unterschiedlich geführt wurden: Erwähnt seien nur Helmut Qualtingers legendärer Herr Karl im ORF im Jahr 1961, die Übertragung des Eichmann-Prozesses im ungarischen Fernsehen 1962, oder Marcel Ophüls' Das Haus nebenan im Jahr 1969 in Frankreich, oder der – nicht für das Fernsehen produzierte – Zweiteiler Shoah von Claude Lanzmann.

 

In den 1990er-Jahren kam es schließlich zu einem Paradigmenwechsel, nachdem sich sowohl im Fernsehen als auch in den neuen Medien innovative Möglichkeiten des Sprechens über den Holocaust, sowie die Möglichkeit, eingefahrene, zum Teil festgefahrene Gedächtnisparadigmen medial zu transformieren, ergaben, die noch einer tieferen Analyse bedürfen.

 

Die Konferenz möchte sich mit folgenden Fragen auseinandersetzen:

 

  • Wie prägten TV-Produktionen das Gedächtnis an den Holocaust? Wie sahen unterschiedliche landesspezifische Rezeptionen aus und haben bestimmte Produktionen zu einer Globalisierung, Universalisierung bzw. Amerikanisierung der Erinnerung an die Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden beigetragen?
  • Ist in den Produktionen eine bestimmte ästhetische Form auszumachen, die sich als visuelle Erzählung des Holocaust identifizieren lässt? Gibt es neue, innovative Annäherungen, die sich als Folge beziehungsweise Gegenreaktion zu bisherigen etablierten Formen der mediale Darstellung der Erinnerung an den Holocaust entwickelt haben?
  • Welche Entwicklung haben die TV-Formate mit dem Fokus auf den Holocaust genommen? Welchen Stellenwert nahmen über die Jahrzehnte narrativ-fiktionale, dokumentarische und (gegebenenfalls) experimentelle Produktionen ein?
  • Wo liegen die Grenzen der Repräsentation der Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden in der medialen Darstellung?

 

Ausdrücklich willkommen sind Abstracts über die Rezeptionsgeschichte einschlägiger Fernsehproduktionen in den ehemaligen staatssozialistischen Ländern. Es können Einzelreferate, aber auch ganze Panels (maximal drei Vorträge) eingereicht werden.

 

Die Arbeitssprachen der Konferenz sind Deutsch und Englisch. Die Aufenthaltskosten werden vom VWI getragen. Das Institut ist zudem bemüht, für die Reisekosten eine gesonderte Förderung zu erhalten.

 

Bewerbungen in deutscher oder englischer Sprache mit einem Exposé des Themas im Umfang von maximal 600 Wörtern sowie einem kurzen Lebenslauf und einer Publikationsliste sind mit dem Betreff "SWC 2014" bis zum 22.06.2014 an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu richten.

 

Der CfP als PDF herunterladen...

 

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Genocide at Prime Time. The Holocaust on TV

 

In the late 1970s, the US miniseries Holocaust shook TV audiences in the United States, in Western Europe and in Israel. The series was controversial, its reception remained ambivalent and said a lot about how the murder of the Jews was dealt with, remembered, forgotten or suppressed. In Eastern Europe, it was not possible to air Holocaust until after the fall of communism, hence it received a different reception there.


Today we can state that the trivialisation of the fate of one German-Jewish family during the years 1933-1945 caused an epochal change in the remembrance of the murder of the European Jews and significantly shaped its representation in the media. The series marked the beginning of a global culture of remembrance and opened up the possibility of having transnational, universal frames of reference. Before the miniseries, the term Holocaust had been little known and used; after the series it became the general (albeit initially still certainly controversial) descriptor for the Nazi murder of the Jews.


This year will mark the 35th anniversary of the first airing of the series on Austrian TV (ORF); the Simon Wiesenthal Conference 2014 will pick up on this occasion and look into how the Holocaust has been dealt with in US-American as well as (explicitly both East and West) European TV cultures as well as assessing the degree to which the series Holocaust influenced the way the Nazi mass murder was dealt with in national TV cultures, whether it was aired or not.


The miniseries Holocaust itself will not be the sole focus of the conference, however: the analysis of the reception or discussion of the series will merely be the starting point for a wider investigation into the TV depiction of the murder of the Jews. It is often forgotten that the murder of the Jews had already been the topic of numerous TV productions (trivial, artistic, fictional as well as documentary) before Holocaust was aired. These early TV productions were also subjects of heavy debates: these debates took on different forms that reflected the various political systems and depended on the specific cultures of remembrance in the given societies. Let us mention here only Helmut Qualtinger's legendary Herr Karl on the Austrian ORF in 1961, the transmission of the Eichmann Trial on Hungarian TV in 1962, or Marcel Ophüls' 1969 The Sorrow and the Pity in France as well as the (not for TV) film Shoah by Claude Lanzmann.


A paradigm change eventually occurred in the 1990s, after both TV and new media offered innovative ways of addressing the Holocaust and allowed entrenched, even deadlocked paradigms of remembrance to be transformed via the media. These developments are awaiting closer analysis.
The conference will address the following questions:

 

  • How did TV productions shape the memory of the Holocaust? What shape did the reception take in different countries and did any productions contribute to a globalization, universalization or Americanisation of the memory of the murder of the European Jews?
  • Do the productions share a certain aesthetic form that can be identified as a visual telling of the Shoah? Are there new, innovative approaches that have developed as a result of or reaction against existing and established forms of the media representation of remembering the Holocaust?
  • How did the TV formats develop as a result of the focus on the Holocaust? How did narrative/fictional, documentary and (where applicable) experimental productions rank over the course of the decades?
  • What are the limits of the representation of the murder of the European Jews in depictions in the media?


We explicitly welcome abstracts addressing the history of the reception of relevant TV productions in the former socialist states. You are invited to enter either an individual contribution or an entire panel (no more than three contributions).


The conference languages will be German and English. The VWI will cover accommodation fees. The institute is also endeavouring to find separate funding for travel costs.


Applications should be written in German or in English and include an outline of the topic of no more than 600 words as well as a short CV and a list of publications. Please send your application by email with the subject "SWC 2014" to Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! no later than 6.22.2014.

 

Download the CfP (PDF)

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Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) wird gefördert von:

 

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