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Veranstaltungen

 

 

Mit seinen wissenschaftlichen Veranstaltungen versucht das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) die neuesten Ergebnisse im Bereich der Holocaust-, Genozid- und Rassismusforschung einem breiteren ebenso wie einem ausgewiesenen Fachpublikum regelmäßig näher zu bringen. Die unterschiedlichen Formate dieser über einen engen Wissenschaftsbegriff hinausweisenden Veranstaltungen, die von in einem kleinen Rahmen gehaltenen gehaltenen Vorträgen, den Simon Wiesenthal Lectures über für ein Fachpublikum interessante Workshops bis zu großen internationalen Tagungen, den Simon Wiesenthal Conferences reichen, spiegeln das breite Tätigkeitsfeld des Instituts wider.

 

Präsentationen von ausgewählten Neuerscheinungen zu den einschlägigen Themen des Instituts, Interventionen im öffentlichen Raum, die Filmreihe VWI Visuals und die Fachkolloquien der Fellows runden die Palette der Veranstaltungen des Instituts weiter ab.

 

 

 

Simon Wiesenthal Lecture
Sara Berger: Die Vernichtungslager der "Aktion Reinhardt". neue Perspektiven auf die Verfolgung der Juden
   

Donnerstag, 7. November 2013, 18:30 - 20:00

Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, Minoritenplatz 1, 1010 Wien

 

In den Lagern Belzec, Sobibor und Treblinka wurden über anderthalb Millionen Jüdinnen und Juden mit Motorenabgasen ermordet – allein über eine Million in der kurzen Zeit von Juli bis Oktober 1942. Die Opferzahl der »Aktion Reinhardt« übertraf somit jene des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, welches auch in den mordintensivsten Monaten nicht die Opferzahlen des Lagers Treblinka erreichte. Die Bedeutung der »Aktion Reinhardt« wird, was die Umsetzung des Massenmordes betrifft, gemeinhin unterschätzt.

Die Verantwortung dafür trug eine Gruppe von lediglich 120 Männern, die zuvor in den T4-Instituten an der Tötung von Patientinnen und Patienten im Rahmen der »Euthanasie« beteiligt waren. Als Wachpersonal nutzten sie einige hundert Wachmänner aus dem Ausbildungslager Trawniki, zu den arbeitsintensiven Tätigkeiten zwangen sie sogenannte »Arbeitsjuden«, die sie unter den Deportierten auswählten.

Der Vortrag geht anhand der Analyse der verschiedenen Phasen der drei Vernichtungslager der Frage nach, wie diese Gruppe von Tätern die Ermordung der Juden geplant und umgesetzt hat und welche Faktoren die »Effektivität« des Massenmords in diesen Lagern bewirkt haben. Im Vordergrund stehen dabei die vorherigen Erfahrungen der Männer, ihre Kollektivbiographie, aber auch ihre Organisation als Netzwerk mit flachen Hierarchien.

Sara Berger, geb. 1978 in Bochum, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fondazione Museo della Shoah in Rom. Sie bearbeitet zudem den Teilbereich Italien im Editionsprojekt Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden (VEJ). Sie beschäftigt sich mit der Judenverfolgung im Nationalsozialismus, insbesondere in Polen und Italien und ist Verfasserin u.a. von Experten der Vernichtung. Das T4-Reinhardt-Netzwerk in den Lagern Belzec, Sobibor und Treblinka (Hamburg 2013) und Herausgeberin (zusammen mit Marcello Pezzetti und Bruno Vespa) von I Ghetti Nazisti (Ausstellungskatalog, Rom 2012).

Berger einladung klein

 

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