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Veranstaltungen

 

 

Mit seinen wissenschaftlichen Veranstaltungen versucht das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) die neuesten Ergebnisse im Bereich der Holocaust-, Genozid- und Rassismusforschung einem breiteren ebenso wie einem ausgewiesenen Fachpublikum regelmäßig näher zu bringen. Die unterschiedlichen Formate dieser über einen engen Wissenschaftsbegriff hinausweisenden Veranstaltungen, die von in einem kleinen Rahmen gehaltenen gehaltenen Vorträgen, den Simon Wiesenthal Lectures über für ein Fachpublikum interessante Workshops bis zu großen internationalen Tagungen, den Simon Wiesenthal Conferences reichen, spiegeln das breite Tätigkeitsfeld des Instituts wider.

 

Präsentationen von ausgewählten Neuerscheinungen zu den einschlägigen Themen des Instituts, Interventionen im öffentlichen Raum, die Filmreihe VWI Visuals und die Fachkolloquien der Fellows runden die Palette der Veranstaltungen des Instituts weiter ab.

 

 

 

Simon Wiesenthal Lecture
Peter Black: NS-Gerichtsverfahren in den USA. Die Arbeit der Dienststelle für Sonderermittlungen des US-Justizministeriums, 1978 - 2010
   

Donnerstag, 22. September 2011, 18:30

Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, Minoritenplatz 1, 1010 Wien

 

In den ersten 20 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Hunderttausende von ImmigrantInnen aus allen Teilen Europas, häufig auf der Flucht vor der sowjetischen Besatzung, in die USA. Einige Hundert waren vor 1945 im Dienst NS-Deutschlands oder anderer, mit dem »Dritten Reich« verbündeter Mächte gestanden: als Staatsminister, Verwaltungsbeamte der deutschen Besatzungsbehörden, als Hilfspolizisten oder als Angehörige des Wachpersonals von Konzentrations- und Vernichtungslagern. Ende der 1970er-Jahre wurde die Dienststelle für Sonderermittlungen des US-Justizministeriums eingerichtet. Diese hatte die Aufgabe, gegen mut- maßliche NS-TäterInnen zu ermitteln, sie gegebenenfalls wegen Verletzung der US- Einwanderungs- bzw. Einbürgerungsbestimmungen vor Gericht zu stellen. Durch die Bemühungen der Dienststelle sind bis heute mehr als Hundert dieser Personen aus den USA ausgewiesen worden.

Peter Black erzählt die Geschichte der Dienststelle aus der Sicht eines Insiders: Er beginnt mit der Darstellung der Problematik um Zuständigkeit, erklärt, wieso es so lange dauerte, diese Verfahren einzuleiten, und warum von der Einleitung eines Ausbürgerungsverfahren bis zur eigentlichen Abschiebung manchmal Jahrzehnte vergingen. In einem weiteren Schritt analysiert er unterschiedliche Fälle, beschreibt die für eine Verurteilung notwendigen Beweismittel, um schließlich ausgewählte Einzelverfahren zu diskutieren.

Peter Black, geboren 1950, ist seit 1997 Senior Historian am United States Holocaust Memo- rial Museum (USHMM) in Washington, D.C. Vor dieser Zeit war er Chief Historian bei der Dienststelle für Sonderermittlungen des US-Justizministeriums, wo er von 1978 an 19 Jahre lang tätig war. Er ist u.a. Autor des 1991 im Schöningh Verlag veröffentlichten Buches »Ernst Kaltenbrunner: Vasall Himmlers« und des kürzlich im Mai in der Zeitschrift »Holocaust and Genocide Studies« erschienen Artikels »Foot Soldiers of the Final Solution: The Trawniki Training Camp and Operation Reinhard«. Peter Black ist Mitglied des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI).

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