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Simon Wiesenthal Lectures

 

Die regelmäßig, alle sechs bis acht Wochen stattfindende Vortragsreihe, setzt sich zum Ziel, mithilfe renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die aktuellsten Forschungsergebnisse zum Holocaust sowohl einem Fach- als auch einem breiteren Publikum zu präsentieren – und dabei das beeindruckende Spektrum dieser Disziplin, die zahlreichen Frage- und Problemstellungen von der empirisch-analytischen Historiografie bis zu kulturwissenschaftlichen Themen, jüngere Forscherinnen und Forscher ebenso wie bereits arrivierte, zu berücksichtigen.

 

Die Vortragsreihe der Simon Wiesenthal Lectures hat sich seit 2007, noch in der Aufbauphase des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI), damals in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, als tragendes Element der Vermittlung neuerer wissenschaftlicher Ergebnisse im Bereich der Holocaustforschung bzw. der Holocaust- und Genozid-Studien zum Flaggschiff der Vermittlungstätigkeit des VWI entwickelt.

 

Über ein Jahrzehnt bot das Österreichischen Staatsarchiv im Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs großzügigerweise den Simon Wiesenthal Lectures Obhut. Während den herausfordernden Jahren der Pandemie wurden die Lectures online abgehalten. Ab Herbst 2022, um weitere Publikumsgruppen zu erschließen, konnte mit dem Wien Museum eine neue Kooperationspartner gewonnen werden. Bis zur Wiedereröffnung des Hauptstandortes am Karlsplatz werden die SWL im MUSA, Felderstraße 6-8, neben dem Wiener Rathaus stattfinden.

 

 

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Simon Wiesenthal Lecture
Peter Longerich: Biographie und Strukturgeschichte. Zwei Nationalsozialistische Karrieren: Heinrrich Himmler und Joseph Goebbels
   

Donnerstag, 19. Mai 2011, 18:30

Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, Minoritenplatz 1, 1010 Wien

 

In seinen Biographien über Heinrich Himmler (2008) und Joseph Goebbels (2010) hat sich Peter Longerich mit zwei sehr unterschiedlichen Figuren aus der Führungsriege des NS-Regimes beschäftigt. In seinem Vortrag zeigt Longerich, wie Himmler und Goebbels ihre jeweiligen Aufgabenbereiche durch ihre exzentrischen Persönlichkeiten unverwechselbar und nachhaltig prägten: Dem Reichsführer SS gelang es, aus einer Gemengelage heterogener Institutionen und Kompetenzen eine scheinbar homogene Organisation zu schaffen, die als »Schwarzer Orden« bis heute als Synonym für den Terror des NS-Staates gilt, während sich mit dem Schlagwort von der »Goebbels-Propaganda« die Vorstellung einer effizienten Manipulation und Kontrolle der Öffentlichkeit verbindet.

 

Über die beiden Fälle Himmler und Goebbels hinaus geht Longerich der Frage nach, was die Beschäftigung mit den Lebensläufen führender Nationalsozialisten für die Geschichte des Nationalsozialismus leisten kann und plädiert für eine sinnvolle Verbindung von Biographie und Strukturgeschichte.

 

Peter Longerich, Jahrgang 1955, ist Professor für Moderne Deutsche Geschichte am Royal Holloway College der University of London und Sprecher des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI). Neben seinen Biographien über Himmler und Goebbels ist er in den letzten Jahren mit einer Reihe von Publikationen zum Holocaust hervorgetreten, darunter »Davon haben wir nichts gewußt!« (2006) sowie »Holocaust« (2010).

 

einladung longerich klein

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Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) wird gefördert von:

 

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