Simon Wiesenthal Conferences
Noch in seiner Aufbauphase veranstaltete das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) zwei große internationale Konferenzen: Anfang Juni 2006 die Tagung The Legacy of Simon Wiesenthal for Holocaust Studies im Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK), Ende Juni 2007 die Konferenz Arbeit und Vernichtung in der Wiener Arbeiterkammer. Im Oktober 2011 wurde die Reihe unter dem Titel Simon Wiesenthal Conference mit dem Thema Partituren der Erinnerung. Der Holocaust in der Musik an der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst fortgesetzt.
Ab 2012 findet die dreitägige, deutsch- und englischsprachige Simon Wiesenthal Conference alljährlich statt. Das thematische Spektrum der Tagungsreihe deckt ebenso wie die Simon Wiesenthal Lectures die gesamte Bandbreite der internationalen Holocaustforschung ab und setzt jedes Jahr einen anderen Schwerpunkt. Die Festlegung der einzelnen Themen erfolgt in Absprache mit dem Internationalen Wissenschaftlichen Beirat. Mithilfe von auf den üblichen akademischen Foren geposteten Call for Papers sollen in erster Linie junge, ambitionierte Forscherinnen und Forscher aus aller Welt, über gezielte Einladungen für Key-Note-Addresses bzw. zusammenfassende, evaluierende Vorträge aber auch bereits etablierte, international anerkannte Wissenschafterinnen und Wissenschafter angesprochen werden, um die neuesten Ergebnisse der Forschung vor einem interessierten Publikum in Wien zu präsentieren bzw. zu diskutieren.
Die Vorträge der einzelnen Konferenzen werden im Rahmen der VWI-Beiträge zur Holocaustforschung in Englisch oder Deutsch veröffentlicht.
| Simon Wiesenthal Conference | |||
| SWC 2025: Kriegsendverbrechen. Der Rückzug der Wehrmacht und die letzte Phase des Zweiten Weltkriegs | |||
von Mittwoch, 9. April 2025 - 10:00 Heeresgeschichtliches Museum, 1030 Wien, Arsenal 1
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Auf der Konferenz werden Rahmenbedingungen und Faktoren dieser Typen finaler NS-Gewalt untersucht. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem unmittelbaren Zusammenhang zwischen militärischem Rückzug und Verbrechen an der Zivilbevölkerung, nicht nur in der Sowjetunion, sondern auch auf anderen Kriegsschauplätzen. Welche Prozesse der Gewalt entwickelten sich dabei, inwieweit waren militärische Akteure involviert, welche Legitimationsstrategien für das Gewalthandeln zirkulierten? Wie gestaltete sich die Dynamik der Verbrechen im Raum mit der zunehmenden Vermengung verschiedener Opfergruppen, aber auch der Interaktion mit anderen gesellschaftlichen Gruppen, bis hin zu den nicht organisierten Teilen der Bevölkerung? Wie sah die Teilnahme an der Gewalt, aber auch ihre Begrenzung aus? Crimes at War’s End. The Retreat of the Wehrmacht and the Final Phase of WWII The crimes of Nazi Germany and its collaborators during the Second World War were not limited to the mass atrocities of the Holocaust. With the withdrawal of the German Wehrmacht from occupied territories in 1943, new forms of violence emerged. As German troops retreated from Allied offensives, occupying forces murdered groups of detainees in camps and prisons, organised deadly evacuations and killed people they considered “defiant” or “unproductive.” Eventually, this violence spread from the occupied territories to Germany and Austria as forces retreated. Crimes were committed not only against prisoners but increasingly against forced labourers, prisoners of war and finally against Volksgenossen (national comrades), i.e., their own populations. Any final inhibitions disappeared. Abstracts & CVs Programm – Programme Mittwoch, 9. April 2025 – Wednesday, 9 April 2025 10:00 Registration 10:30 Welcome Jochen Böhler (Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien – VWI) 11:00–11:15 Einführung – Introduction Dieter Pohl (Universität Klagenfurt) 11:30–13:00 Erosion militärischer Strukturen – The Erosion of Military Structures 11:30 Christian Stein (Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg) 11:50 Jürgen Kilian (Universität Bayreuth/TU Bergakademie Freiberg) 12:10 Bastiaan Willems (Lancaster University, United Kingdom) 12:30 Diskussion – Discussion 13:00 Mittagspause – Lunch Break 14:00–16:00 Räumung von Gefängnissen und Konzentrationslagern – The Evacuation of Prisoners and Concentration Camps 14:00 Katarzyna Woniak (Universtität Augsburg) 14:20 Maximilian Becker (Institut für Zeitgeschichte München-Berlin) 14:40 Marcin Owsiński (Stutthof Muzeum in Sztutowo, Polen) 15:00 Janine Fubel (FernUniversität in Hagen) 15:20 Diskussion – Discussion 16:00 Kaffeepause – Coffee Break 16:30–18:00 16:30 Johannes Spohr (Recherchedienst present past, Berlin) 16:50 Alexandra Birch (Columbia University in the City of New York) 17:10 Anne-Lise Bobeldijk (NIOD Institute for War, Holocaust and Genocide Studies, Amsterdam) 17:30 Diskussion – Discussion 19:00 Abendessen – Conference Dinner Donnerstag, 10 April 2025 / Thursday, 10 April 2025 9:00–11:00 9:00 Johannes Glack (Universität Wien) 9:20 Nicole-Melanie Goll (Independent Researcher, Vienna) 9:40 Michael Walther (Fachwerk: Museum Texte Konzeption, Vöhringen) 10:00 Martin Clemens Winter (Universität Leipzig) 10:20 Diskussion – Discussion 11:00 Kaffeepause – Coffee Break 11:30–13:00 11:30 Christoph Dieckmann (Frankfurt am Main) 11:50 Yuliya Von Saal (Institut für Zeitgeschichte, München-Berlin) 12:10 Johannes-Dieter Steinert (University of Wolverhampton, United Kingdom) 12:30 Diskussion – Discussion 13:00 Mittagspause – Lunch Break 14:00–15:30 14:00 Borbala Kriza (Contracted Oral History Researcher, USHMM) 14:20 István Pál Ádám (Holocaust Memorial Center, Budapest) 14:40 Joana Krizanits (Independent Researcher, Vienna) 15:00 Diskussion – Discussion 15:30 Kaffeepause – Coffee Break 16:00–17:30 Geführter historischer Rundgang zu sicht- und unsichtbaren historischen Spuren des Nationalsozialismus und Kriegsendes am Gelände des Arsenals Georg Rütgten (Heeresgeschichtliches Museum, Wien) Éva Kovács (Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien – VWI) 19:00–20:30 Live-Aufzeichnung des Geschichts-Podcast von Deutschlandfunk Nova im HGM Freitag, 11. April 2025 – Friday, 11 April 2025 9:00–10:30 9:00 Michel Scheidegger (Universität Potsdam) 9:20 Aiko Hillen (Universität zu Köln) 9:40 Carlo Gentile (Universität zu Köln) 10:00 Diskussion – Discussion 10:30 Kaffeepause – Coffee Break 11:00–12:30 11:00 Christine Glauning (Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, Berlin) 11:20 Peter Pirker (Universität Innsbruck, kärnten.museum) 11:40 Kateřina Portmann/Zuzana Cilerová (Technical University of Liberec, Czech Republic) 12:00 Diskussion – Discussion 12:30–13:00 Closing Remarks
Teilnahme – Attendance Besuch der Simon Wiesenthal Conference: Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.
Die SWC 2025 ist eine Veranstaltung des VWI und des HGM in Kooperation mit:
Mit der Teilnahme an dieser Veranstaltung stimmen Sie der Veröffentlichung von Fotos, Video- und Audioaufzeichnungen zu, die im Rahmen dieser entstehen.
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