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Nina Valbousquet

Research Fellow (05/2026 – 07/2026)

 

Jüdisch-katholische Odysseen: „Nicht-arische“ Flüchtlinge, der Holocaust und der Vatikan unter Pius XII. (1930er- bis 1950er-Jahre)

 

Valbousquet photoDieses Projekt untersucht Kategorien von Opfern der Shoah, die in der Forschung oft übersehen werden: jüdisch-katholische Mischehen, Konvertit:innen und Katholik:innen jüdischer Herkunft, die von Nazi-Deutschland, dem faschistischen Italien und dem Vichy-Frankreich als „Nicht-Arier“ verfolgt wurden. An der Schnittstelle zwischen Jüdischen Studien, Holocaust-Geschichte und Kirchengeschichte verfolgt es die Migration jüdisch-katholischer Flüchtlinge von 1938 – geprägt durch den Anschluss und die Rassengesetze im faschistischen Italien – bis 1950 und die Schließung des DP-Lagers Cinecittà in Rom.

 

Auf der Grundlage unerschlossener Quellen des Vatikanischen Archivs sowie europäischer, amerikanischer und israelischer Archive rekonstruiert es ihre Oddyssee vor, während und nach dem Holocaust. Die Studie beleuchtet die Handlungsfähigkeit und die ausgehandelte Identität der Opfer, die einer aufgezwungenen rassischen, religiösen und politischen Kategorisierung ausgesetzt waren, und zeigt vielfältige individuelle und familiäre Erfahrungen jenseits der Bezeichnung „Nicht-Arier“ auf. Im Rahmen des Projekts werden besonders das Archiv der Jüdischen Gemeinde Wien und Zeugnisse über Mischehen, gemischte Familien und Konversionen aus dem Fortunoff Video Archive und dem Refugee Voices London-Projekt konsultiert.

 

Nina Valbousquet ist eine international anerkannte Expertin für katholischen Antisemitismus und christliche Reaktionen auf den Holocaust und verfügt über fundierte Kenntnisse der des Vatikanischen-Archivs. Sie ist Autorin von Les âmes tièdes. Le Vatican face à la Shoah (La Découverte, 2024) und Catholique et antisémite (CNRS, 2020) sowie Mitherausgeberin von The Global Pontificate of Pius XII (Berghahn, 2024) und einer Sonderausgabe der Revue d’Histoire de la Shoah (2023). Sie kuratierte die Ausstellung „Churches and the Holocaust” im Shoah Memorial in Paris (2022–2023) und ist Mitorganisatorin des Pius-XII.-Archivprogramms der Ecole Française de Rome. Von 2023 bis 2025 ist sie Stipendiatin der Rothschild Foundation Hanadiv und Yad Vashem und seit 2024 wissenschaftliche Mitarbeiterin am French Research Center in Jerusalem.

 

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