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Roman Shliakhtych

VWI Fortunoff Research Fellow (10/2025 – 07/2026)

 

Die Beteiligung lokaler Polizisten an der Umsetzung der Holocaust-Politik auf dem Gebiet des Reichskommissariats Ukraine

 

Shlyakhtych photoDie Rolle der lokalen Polizei im Holocaust wurde in der ukrainischen Geschichtsschreibung lange Zeit vernachlässigt, da die Verbrechen in den besetzten Gebieten oft ausschließlich den Nazis zugeschrieben wurden. Zwar wurden diese Gräueltaten tatsächlich von den Nazis angeführt, doch waren sie in hohem Maße auf lokale Täter angewiesen, deren Beteiligung ihr Ausmaß erheblich verstärkte. Dieses Projekt untersucht die Sozialgeschichte des Holocaust in der Ukraine und konzentriert sich dabei auf das Verhalten, die Motive und die Rolle der Hilfspolizei und der lokalen Behörden bei der Diskriminierung, Ausbeutung und Vernichtung der Juden. Es rekonstruiert Muster der Beteiligung, untersucht, wie verschiedene Hilfspolizeieinheiten an der Gewalt beteiligt waren, und analysiert mit Methoden der Soziologie und Psychologie die Motive hinter solchen Handlungen. Auf der Grundlage von Augenzeugenberichten und Aussagen von Überlebenden, insbesondere von Videoaufnahmen aus dem Fortunoff-Archiv, vermittelt es ein tieferes Verständnis dafür, wie die lokale Kollaboration an der Basis funktionierte. Durch die Aufdeckung der Strategien und Entscheidungen dieser Akteur:innen wirft die Studie ein neues Licht auf die komplexe Dynamik der Mittäterschaft und die menschlichen Dimensionen der Massengewalt in der besetzten Ukraine.

 

Roman Shliakhtych ist Dozent am Institut für Sozial- und Geisteswissenschaften der Staatlichen Universität für Wirtschaft und Technologie in Krywyj Rih, Ukraine. Seit 2023 ist er Doktorand an der Oles Honchar Dnipro National University und forscht über die Beteiligung von Mitgliedern der ukrainischen Hilfspolizei an der Umsetzung der Holocaust-Politik im Reichskommissariat Ukraine. Roman ist Autor von zwei Monografien und über vierzig wissenschaftlichen Arbeiten. Er war Stipendiat an führenden Holocaust-Forschungszentren wie Yad Vashem, dem United States Holocaust Memorial Museum, Yahad-In Unum und von 2023 bis 2024 am Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien.

 

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