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Oksana Baigent

EHRI-Fellow (2021/2022)

 

Holocaust Gedenken in der Ukraine im digitalen Zeitalter – Fluides Erinnern

 

BaigentDieses Dissertationsprojekt untersucht das Aufkommen nicht-staatlicher Gedenkinitiativen in der Ukraine im digitalen Zeitalter und stellt damit die Trope einer ‚fehlenden‘ und/oder ‚unterdrückten‘ Erinnerung an den Holocaust nach 1945 in der heutigen Ukraine auf den Prüfstand. Anhand einzelner Fallstudien wird gezeigt, wie sich – parallel zu technologischen Entwicklungen im Bereich des Digitalen und dessen gesteigerter Verfügbarkeit – digitale Erinnerungskontexte für den Holocaust ausgebildet haben. Basierend auf einer ganzen Vielfalt an öffentlichen Geschichtsprojekten sowie neuen Ansätzen zu Praktiken des Holocaustgedenkens, wird für deren Verwoben-Sein mit den neuen Kommunikationsmitteln der digitalen Ära argumentiert. Dieses Projekt widmet sich insbesondere der Frage, wie der uneingeschränkte Zugang zu Informationen und deren Weiterverbreitung auf digitalem Wege, Gedenkpraktiken in der Ukraine demokratisiert und das einstige erinnerungspolitische Monopol des Staates destabilisiert haben. Außerdem wird untersucht, auf welche Weise sich post-COVID-19 traditionelle Praktiken des Gedenkens vom physischen Raum noch stärker ins Digitale verlagern. Mit der temporären Übersiedlung ihrer Gedenkausstellung auf eine Onlineplattform hat die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau in jüngster Zeit einen spannenden Präzedenzfall für diese Entwicklung geschaffen, die zum Anlass genommen wird, um den zukünftigen (Un-)Möglichkeiten des Holocaustgedenkens in der digitalen Sphäre nachzugehen und um den Länderkontext der Ukraine als sprechendes Beispiel in diesem gesamteuropäischen und internationalen Umfeld zu positionieren.

 

Oksana Baigent ist Doktorandin in den Fächern Jüdische Studien und Digital Humanities am University College London (Großbritannien). Ihr Bachelor- und Masterstudium der Geschichte hat sie an der Kyiv-Mohyla Akademie in Kiew (Ukraine) absolviert. Ihre Forschungsinteressen umfassen: Jüdische Geschichte, Geschichte des Holocaust und Digital Humanities. Sie hat zahlreiche Forschungsstipendien und Fellowships innegehabt, darunter das American Jewish Archives Fellowship (2018/2019), ein Research Grant der British Royal Historical Society (September 2020) sowie jüngst das ReIReS_Transnational Access Scholarship (Juni 2021).

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