News – Veranstaltungen – Calls
| 24. September 2025 12:00 - 16. Januar 2026 23:59 FellowshipsCfP Fellowships 2026/27Fellowships 2026/27 at the Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies (VWI) (German version below) The Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies (VWI) invites applications for its fellowships for the academic year 2026/27. The VWI is an academic institution dedicated...Weiterlesen... |
| 07. Januar 2026 00:00 - 09. Januar 2026 00:00 TagungBeyond Camps and Forced LabourBeyond Camps and Forced Labour View the updated conference programme and more details here. This conference will bring together scholars from a variety of disciplines who are engaged in research on all groups of survivors of Nazi persecution. These will include – but are not limited...Weiterlesen... |
| 29. Januar 2026 18:30 Simon Wiesenthal LectureAndrea Löw: „Die erste Zeit der Befreiung war mir das Leben fast unerträglich.“ Deportierte Jüdinnen und Juden im Jahr 1945„Jetzt bin ich müde, so furchtbar abgekämpft, und doch sehe ich, daß ich weiter kämpfen muß, weil ich anfangen will zu leben – ja, mit 24 Jahren beginnt man zu leben. Wo fange ich an? Wo ist die Hand, die sich mir in Verständnis und Freundschaft entgegenstreckt und sagt: Komm?“ Dies s...Weiterlesen... |
Daan de Leeuw
Junior Fellow (10/2023 – 12/2024)
Die Geografie der Sklavenarbeit: Niederländische Jüdinnen und Juden und das Dritte Reich, 1942–1945
Dieses Projekt befasst sich mit der Bewegung jüdischer Zwangsarbeiter:innen durch das System der Konzentrationslager. Die Deutschen verlegten die Häftlinge dorthin, wo die Kriegsindustrie sie gerade benötigte. Diese Art der Zwangsumsiedlung war allgegenwärtig, dennoch wurde sie von Wissenschaftler:innen bisher wenig beachtet. Das interdisziplinäre Projekt untersucht, wie niederländisch-jüdische Zwangsarbeiter:innen diese häufigen Verlegungen erlebten. Es verwendet raum- und sozialgeschichtliche Methoden und stützt sich auf Zeugenaussagen von Überlebenden sowie auf Verwaltungsunterlagen. Durch den Einsatz geografischer Informationssysteme und manueller Kartografie zur Visualisierung der Wege durch das Lagersystem eröffnet das Projekt eine neue Perspektive sowohl auf die Notlage niederländisch-jüdischer Zwangsarbeiter:innen als auch auf die soziale Dynamik zwischen KZ-Insass:innen.
Daan de Leeuw, Doktorand am Strassler Center for Holocaust and Genocide Studies, Clark University. Yad Vashem Summer Research Fellow, Empfänger des Prince Bernhard Cultural Fund Grant, Fellow am Center for Holocaust Studies des Leibniz- Instituts für Zeitgeschichte, EHRI Conny Kristel Fellow sowie Ben and Zelda Cohen Fellow am USHMM.
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Vlasta Kordová
Junior Fellow (03/2024 – 08/2024)
Bandenbekämpfung: Die nationalsozialistische Verfolgung objektiver Feinde im Spiegel der „Heydrichiaden“ und des Slowakischen Nationalaufstands
Das Projekt untersucht die Methoden der Partisanenbekämpfung, die die deutschen Besatzer anwandten, und deren Verbindung zum Holocaust. Es konzeptualisiert den von den Nazis verwendeten Begriff der „Bandenbekämpfung“ und zeigt, wie dieser (gefolgt vom Konzept des „Vernichtungskriegs“) ideologisch aufgeladen wurde. Der theoretische Teil der Arbeit konzentriert sich auf die frühere Entwicklung sowie die Ziele der nationalsozialistischen „Sicherheitspolitik“ und ihres Hauptinstruments – der Polizei. Der empirische Teil wendet dann die Ergebnisse der theoretischen Analyse auf zwei Beispiele an, bei denen die nationalsozialistischen Sicherheitskräfte auf eine unmittelbare „Bedrohung“ reagieren mussten: das Attentat auf Reinhard Heydrich im Protektorat Böhmen und Mähren im Mai 1942 und den Einsatz gegen den Slowakischen Nationalaufstand im Herbst 1944.
Vlasta Kordová, Absolventin der Philosophischen Fakultät und der Fakultät für Erziehungswissenschaften an der Karlsuniversität in Prag, derzeit Doktorandin an der Philosophischen Fakultät der Jan-Evangelista-Purkynê -Universität in Ústí nad Labem. Während ihres Promotionsstudiums zahlreiche Stipendien in Deutschland und Österreich. Autorin mehrerer Artikel und zweier Monografien.
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Hannah Riedler
Junior Fellow (10/2023 – 08/2024)
Zwischen Deportation, Zwangsarbeit und Germanisierung. Die Umwandererzentralstelle im besetzten Polen 1939–1941
Unmittelbar nach Beginn der Eroberung Polens im Jahr 1939 begannen die deutschen Besatzer mit der Deportation von Hunderttausenden von Menschen aus den annektierten Gebieten in das Generalgouvernement – Jüdinnen und Juden sowie Nicht-Jüdinnen und -Juden gleichermaßen. Die neu gegründete Umwandererzentralstelle (UWZ) war für die Koordinierung der Vertreibung sowie für den Transport der Betroffenen zuständig. Viele der UWZ-Täter:innen arbeiteten später an der Seite von Adolf Eichmann mit an der Deportation von Jüdinnen und Juden. Neben diesen personellen Verflechtungen stehen die tägliche Deportationspraxis der UWZ und ihre koordinierende sowie ideengebende Funktion bei der Durchführung der immensen Bevölkerungsverschiebungen im Mittelpunkt des Projekts.
Hannah Riedler, MA-Studium mit Schwerpunkt Osteuropäische Geschichte an der Universität Wien, Doktorandin an der Universität Klagenfurt. Forschungsinteressen: Besetztes Polen im Zweiten Weltkrieg, Holocaust, Deportationen in Polen in der sowjetischen und deutschen Besatzungszone.
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Mirnes Sokolović
Junior Fellow (10/2023 – 03/2024)
Die Konstruktion von Europa durch die jugoslawische literarische Rechte
Das Projekt beschäftigt sich mit Kriegspropaganda und Europavorstellungen in der jugoslawischen literarischen Rechten der 1930er und 1940er Jahre. Es konzentriert sich dabei auf die Konstruktion eines rechten Propagandastils und eines diskriminierenden kulturellen Europabegriffs. Ein antisemitischer Jargon, der dazu beitrug, eines ihrer konstituierenden Elemente aus der europäischen Kultur zu entfernen und eine „ethnisch reine“ europäische Kultur zu konstruieren, kennzeichnete den Mainstream der rechten Propaganda in serbokroatischer Sprache während der 1930er und 1940er Jahre. Das Projekt sucht Antworten auf die Fragen, was avantgardistische Schriftsteller zu radikalen Ideologien hinzieht, welche Rolle Intellektuelle und Medien bei der Legitimierung von Verbrechen und Völkermord spielen sowie was den Unterschied zwischen rechten und liberalen internationalen Europakonzepten ausmacht.
Mirnes Sokolović, MA-Studium mit Schwerpunkt in südslawischer Literatur an der Universität Sarajevo. Er ist Mitglied des Gründungsteams sowie der Redaktion der Literaturzeitschrift SIC! und arbeitete in den Kulturabteilungen von E-novina in Belgrad und Oslobođenje in Sarajevo. Er veröffentlichte einen Roman, zwei Essaybände sowie Prosa, Essays, Satire, Literaturkritik und Feuilletons in Zeitschriften.
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Olga Kartashova
Junior Fellow (11/2024 – 08/2025)
Internationale Netzwerke und die Bemühungen von Jüdinnen und Juden um die Verfolgung von Holocaust-Tätern in Polen
Dieses Projekt befasst sich mit den Bemühungen polnischer Jüdinnen und Juden um Menschen- und Minderheitenrechte während des Zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit. Es beleuchtet die Kontinuität des von jüdischen Anwälten, Gemeindeleitern und Einzelpersonen in der Zwischenkriegszeit initiierten Aktivismus, der trotz der Herausforderungen von Krieg und Besatzung anhielt. Die Nachkriegsprozesse und jüdischen Nachforschungen in diesen kontinuierlichen Prozess einzuordnen, unterstreicht deren organische Entwicklung, anstatt sie als isolierte Ereignisse zu betrachten. Jüdische Lobbyist:innen spielten eine zentrale Rolle, indem sie für Minderheitenrechte eintraten, Beweise sammelten, vor Gericht Zeugnis ablegten und die jüdische Gemeinschaft als halbautonome Einheit innerhalb der sich entwickelnden Landschaft des internationalen Strafrechts vertraten. Diese Studie bietet eine neue Perspektive auf die Vorstellung der Überlebenden von Gerechtigkeit, ihr Engagement gegenüber der polnischen und anderen Regierungen sowie ihre Unterstützung für Ermittlungen und Prozesse. Die Nutzung umfangreicher internationaler Netzwerke für den Informationsaustausch zwischen Überlebenden, in- und ausländischen jüdischen Gemeinden und juristischen Einrichtungen auf nationaler und internationaler Ebene produzierte eine Fülle von Quellen und Zeugenaussagen für Holocaust-Prozesse und verbesserte damit die Aussichten, die Täter zur Verantwortung zu ziehen.
Olga Kartashova ist Doktorandin in Hebräisch und Judaistik an der New York University und spezialisiert sich auf die Geschichte des Holocaust in Osteuropa, seine Nachwirkungen, Erinnerung, Geschichtsschreibung und Prozesse. Mit einem BA in polnischen und jüdischen Studien von der Universität Breslau, einem MA in vergleichender Geschichte von der Central European University und einem MA in Holocaust-Studien von der University of Haifa bringt Olga Kartashova einen vielfältigen akademischen Hintergrund mit. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am USHMM Mandel Center konzentrierte sie sich auf die rechtlichen Aspekte der Geschichte des Holocaust. Olga Kartashova hat Seminare über die osteuropäischen und jüdischen Wurzeln des Völkerrechts geleitet und wurde mit renommierten Stipendien ausgezeichnet, u.a. vom Saul Kagan Claims Conference Fellowship for Advanced Shoah Studies und dem Zentrum für Holocaust-Studien am Leibniz-Institut für Zeitgeschichte in München.
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Markéta Bajgerová Verly
Junior Fellow (10/2024 – 08/2025)
Eine Vergangenheit, zwei Geschichten: Ausstellungen zu jüdischen Flüchtlingen aus Shanghai in China und Österreich in vergleichender Perspektive
Viele Museen in der ganzen Welt haben in den letzten Jahren Ausstellungen zum Thema der jüdischen Flüchtlinge von Shanghai eröffnet, in denen die Geschichte von 20.000 Jüdinnen und Juden gezeigt wird, die zwischen 1933 und 1941 nach Shanghai geflohen sind. Obwohl die Ausstellungen thematisch zusammenhängen, präsentieren sie keine einheitliche historische Darstellung. Dieses Forschungsprojekt analysiert und vergleicht zwei Ausstellungen zur Geschichte der jüdischen Flüchtlinge in Shanghai, die 2020 eröffnet wurden: die temporäre Ausstellung mit dem Titel „Little Vienna in Shanghai“ des Jüdischen Museums in Wien und die überarbeitete Dauerausstellung des Shanghai Jewish Refugees Museum. Die beiden Ausstellungen präsentieren diametral unterschiedliche Versionen der Erfahrungen des europäischen Judentums im Shanghai der Kriegszeit. Dieses Projekt wird sie dekonstruieren und der Frage nachgehen: Was verrät das Gedenken an die jüdischen Flüchtlinge in Shanghai über die Politik der Globalisierung des Holocaust?
Markéta Bajgerová Verly ist Doktorandin im ERC-Projekt „Globalized Memorial Museums“ an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und an der Universität Wien. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf Museen zum “Widerstandskrieg gegen Japan” im heutigen China. 2020 erwarb sie einen MA-Abschluss in China Studies an der Yenching Academy der Universität Peking. In China leitete sie ein Dean's Grant-Projekt, bei dem sie 30 Museen in ganz China kartierte, die der Erinnerung an den Widerstandskrieg gewidmet sind, und untersuchte deren Erinnerungspolitik. Sie hält einen Bachelor-Abschluss der Universität Glasgow in Politik und Geschichte.
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Elena Beletckaia
Junior Fellow (10/2025 – 07/2026)
Der Begriff „Heimat“ im Holocaust-Diskurs; Nachkriegsmigration in/nach Osteuropa, Israel und die Vereinigten Staaten.
This research project explores the concept of home and its sentimental value in Dieses Forschungsprojekt untersucht das Konzept von Heimat und seinen sentimentalen Wert in den Erzählungen von Holocaust-Überlebenden durch eine vergleichende Analyse audiovisueller Zeugnisse. Mit Schwerpunkt auf Überlebenden, die in der Nachkriegszeit (1945–1949) nach Nordamerika oder Israel auswanderten oder nach Osteuropa zurückkehrten, arbeitet diese Studie mit einem Methodenmix, der thematische, narrative, phänomenologische und multimodale Analysen integriert. Die Studie untersucht, wie Überlebende ihre Erfahrungen mit Heimat, Vertreibung und Identitätsrekonstruktion artikulieren. Sie stützt sich auf den methodischen Rahmen von Noah Shenker, um zu analysieren, wie das Interviewsetting das Teilen der Erinnerungen beeinflusst, und hebt dabei die emotionale Tiefe der Erinnerungen von Holocaust-Überlebenden hervor. Darüber hinaus wendet die Forschung Assimilations- und historische Traumata-Theorien an, um die anhaltenden emotionalen und generationsübergreifenden Auswirkungen des Holocaust auf die Wahrnehmung von Heimat und Identität zu untersuchen.
Elena Beletckaia ist Doktorandin an der Heidelberger Hochschule für Jüdische Studien (HfJS) in Deutschland und hat sich auf jüdische Literatur und Holocaust-Studien spezialisiert. Ihre Doktorarbeit befasst sich mit Holocaust-Zeugnissen und untersucht den sentimentalen Wert von Heimat im Holocaust-Diskurs, insbesondere im Hinblick auf die Nachkriegsmigration nach Osteuropa, Israel und in die Vereinigten Staaten. Sie hat an anerkannten Bildungsprogrammen teilgenommen, die von Institutionen wie Paideia, von der Yad Vashem International Holocaust School, dem USHMM und dem International Network of Genocide Scholars organisiert wurden. Darüber hinaus ist sie Redakteurin des H-Judaic-Netzwerks.
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Jovana Cvetićanin
Junior Fellow (10/2025 – 07/2026)
Claims Conference Saul Kagan Fellow in Advanced Shoah Studies
Jugoslawien und die Shoah 1944–1991
Das Projekt untersucht die Entwicklung der Holocaust-Erzählung und -Erinnerung in Jugoslawien anhand von Zeugenaussagen jugoslawischer Holocaust-Überlebender, der jugoslawischen Presse und des Falles Jugoslawien im Eichmann-Prozess. Mit einem Schwerpunkt auf den unterschiedlichen Schicksalen der Juden und Jüdinnen in verschiedenen Teilen des besetzten und geteilten Jugoslawiens untersucht es die anfängliche Entstehung von Holocaust-Erzählungen, das Aufkommen von Überlebensgeschichten und Medienberichten in der unmittelbaren Nachkriegszeit sowie deren Wandel über fast fünf Jahrzehnte hinweg.
Auf der Grundlage von bisher unerschlossenen Archivunterlagen, unveröffentlichten und unerforschten persönlichen Berichten sowie Zeitungsartikeln werden zwei entscheidende, aber bisher übersehene Aspekte der Erinnerung an den Holocaust aufgezeigt, die ein tieferes Verständnis dafür vermitteln, wie sich das Bewusstsein dafür entwickelt hat. Durch die Darstellung des jugoslawischen Falles im vielbeachteten Eichmann-Prozess, einschließlich der daraus resultierenden Erzählung über den Holocaust in Jugoslawien, liefert die Studie neue Erkenntnisse über die Rolle des jugoslawischen Staates und seine offizielle Haltung gegenüber dem Holocaust und dem Völkermord.
Jovana Cvetićanin , Doktorandin an der Ben-Gurion-Universität des Negev, hat einen BA in Rechtswissenschaften der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Belgrad und einen MA in Holocaust-Studien der Universität Haifa, Weiss-Livnat International MA Program in Holocaust Studies, School of History. Sie ist Autorin der Monografie Yugoslavia and the Eichmann Trial, Preisträgerin des Yad Vashem Award 2019, des Israel Gutman z”l Prize for Holocaust Research 2023, des Raab Center Prize 2025 und Absolventin eines Claims Conference Saul Kagan Fellowship in Advanced Shoah Studies.
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Olga Kartashova
CEU-VWI Fellow (funded by La Fodation pour la Mémoire de la Shoah) (10/2025 – 08/2026)
Internationale Netzwerke und die Bemühungen von Jüdinnen und Juden um die Verfolgung von Holocaust-Tätern in Polen
Dieses Projekt befasst sich mit den Bemühungen polnischer Jüdinnen und Juden um Menschen- und Minderheitenrechte während des Zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit. Es beleuchtet die Kontinuität des von jüdischen Anwälten, Gemeindeleitern und Einzelpersonen in der Zwischenkriegszeit initiierten Aktivismus, der trotz der Herausforderungen von Krieg und Besatzung anhielt. Die Nachkriegsprozesse und jüdischen Nachforschungen in diesen kontinuierlichen Prozess einzuordnen, unterstreicht deren organische Entwicklung, anstatt sie als isolierte Ereignisse zu betrachten. Jüdische Lobbyist:innen spielten eine zentrale Rolle, indem sie für Minderheitenrechte eintraten, Beweise sammelten, vor Gericht Zeugnis ablegten und die jüdische Gemeinschaft als halbautonome Einheit innerhalb der sich entwickelnden Landschaft des internationalen Strafrechts vertraten. Diese Studie bietet eine neue Perspektive auf die Vorstellung der Überlebenden von Gerechtigkeit, ihr Engagement gegenüber der polnischen und anderen Regierungen sowie ihre Unterstützung für Ermittlungen und Prozesse. Die Nutzung umfangreicher internationaler Netzwerke für den Informationsaustausch zwischen Überlebenden, in- und ausländischen jüdischen Gemeinden und juristischen Einrichtungen auf nationaler und internationaler Ebene produzierte eine Fülle von Quellen und Zeugenaussagen für Holocaust-Prozesse und verbesserte damit die Aussichten, die Täter zur Verantwortung zu ziehen.
Olga Kartashova ist Doktorandin in Hebräisch und Judaistik an der New York University und spezialisiert sich auf die Geschichte des Holocaust in Osteuropa, seine Nachwirkungen, Erinnerung, Geschichtsschreibung und Prozesse. Mit einem BA in polnischen und jüdischen Studien von der Universität Breslau, einem MA in vergleichender Geschichte von der Central European University und einem MA in Holocaust-Studien von der University of Haifa bringt Olga Kartashova einen vielfältigen akademischen Hintergrund mit. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am USHMM Mandel Center konzentrierte sie sich auf die rechtlichen Aspekte der Geschichte des Holocaust. Olga Kartashova hat Seminare über die osteuropäischen und jüdischen Wurzeln des Völkerrechts geleitet und wurde mit renommierten Stipendien ausgezeichnet, u.a. vom Saul Kagan Claims Conference Fellowship for Advanced Shoah Studies und dem Zentrum für Holocaust-Studien am Leibniz-Institut für Zeitgeschichte in München.
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Jackie Olson
Junior Fellow (10/2025 – 07/2026)
Die Politik des Todes im Nachkriegsösterreich, 1945–1970
Dieses Projekt untersucht die Bestattungspolitik im Nachkriegsösterreich, insbesondere in dessen östlichen ländlichen Regionen, von 1945 bis 1970. Es untersucht, wie sich lokale Österreicher:innen, jüdische Auswanderer:innen, Regierungsbeamt:innen und religiöse Organisationen wie die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) mit den Gräbern jüdischer Opfer, osteuropäischer Zwangsarbeiter:innen und sowjetischer Kriegsgefangener auseinandersetzten. Es untersucht, wie diese Gruppen sich an der Trauerarbeit beteiligten und wie ihre Beziehungen zu Begräbnisstätten die frühe österreichische Nachkriegsgeschichte, insbesondere unter sowjetischer Besatzung, prägten. Das Projekt konzentriert sich darauf, welche Bedeutung der Tod für verschiedene Generationen, Nationen und Konfessionen in einem unbeständigen Nachkriegseuropa einnahm, und argumentiert, dass Gräber einen einzigartigen Einblick in die persönliche Trauer in einer Zeit der Niederlage und Scham bieten. Es verlagert den Fokus von Regierungen und Geopolitik auf kleine Akteure im ländlichen Raum, zeigt im lokalen Engagement für Begräbnisstätten die menschlichen Dimensionen der unmittelbaren Nachkriegsjahre in Österreich auf und geht der Frage nach, wie Gemeinschaften nach dem Krieg mit Verlust, Erinnerung und Identität umgingen.
Jackie Olson ist Doktorandin am Fachbereich Geschichte der Stanford University. Ihre Forschung befasst sich mit der Nachkriegsgeschichte und den kulturellen Auswirkungen veränderter Bestattungspraktiken in Deutschland und Österreich. Sie hat einen B.A. in Geschichte und Deutsch von der Vanderbilt University und lebte in Wien, wo sie mit einem österreichischen Fulbright-Stipendium Englisch unterrichtete. Sie hat über die Geschichte der Toten im modernen Europa gelehrt und wurde mit renommierten Stipendien ausgezeichnet, darunter das Summer Graduate Research Fellowship am USHMM Mandel Center. Derzeit ist sie Forschungsassistentin für ein Projekt zu räumlichen Erzählungen, das sich mit Holocaust-Zeugnissen befasst und von der National Science Foundation finanziert wird.
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Junior Fellowships 2023/24 des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI)
Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) gibt die Ausschreibung seiner Junior Fellowships für das Studienjahr 2023/2024 bekannt.
Das VWI ist eine noch zu Lebzeiten von Simon Wiesenthal initiierte und konzipierte, vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, dem Bundeskanzleramt sowie von der Stadt Wien geförderte wissenschaftliche Einrichtung zur Erforschung und Dokumentation von Antisemitismus, Rassismus, Nationalismus und Holocaust. Schwerpunkt der Forschungsarbeit ist der Holocaust in seinem europäischen Zusammenhang, einschließlich seiner Vor- und seiner Nachgeschichte.
Als Junior Fellows können sich Doktorand:innen aus aller Welt bewerben. Sie erhalten am Institut die Möglichkeit, einem selbst gewählten Forschungsvorhaben im Bereich der Holocaust-Forschung nachzugehen. Ziel des Aufenthaltes am VWI ist über die Forschungstätigkeit hinausgehend die Kommunikation und wissenschaftliche Interaktion mit den anderen Fellows am Institut. Die Junior Fellows werden bei ihren Forschungsvorhaben beratend sowohl vom VWI als auch von den Senior und Research Fellows unterstützt. Die Junior Fellows sind verpflichtet, regelmäßig am VWI anwesend zu sein und sich aktiv an der Forschungstätigkeit des Instituts zu beteiligen. Projekte der Junior Fellows behandeln die Forschungsthematik des VWI; Fragestellung, Verfahren und Methoden stehen frei. Die Bestände des institutseigenen Archivs stehen den Fellows zur Verfügung. Ihre Einbeziehung in die Forschungsarbeit ist erwünscht. Ergebnisse werden im Kreis der Fellows diskutiert und in regelmäßigen Abständen einem größeren Publikum präsentiert. Am Ende des Aufenthalts ist ein Artikel vorzulegen, der begutachtet und im E-Journal des VWI, S:I.M.O.N. – Shoah: Intervention. Methods. Documentation. veröffentlicht wird.
Die Dauer der Junior Fellowships beträgt mindestens sechs, maximal elf Monate. Erfahrungsgemäß sind Aufenthalte zwischen neun und elf Monaten für die wissenschaftliche Arbeit der Fellows am ergiebigsten. Sie erhalten am VWI einen Arbeitsplatz und Internetzugang. Das Stipendium beträgt € 1.200.- monatlich. Junior Fellows, die nicht in Wien ansässig sind, erhalten eine Wohnbeihilfe von € 340.- monatlich. Die Kosten der An- und Abreise (Economy bzw. Bahnfahrt 2. Klasse) trägt das VWI. Für Recherchen außerhalb Wiens oder anfallende Kopierkosten außer Haus steht ein einmaliges Budget in der Höhe von weiteren € 500.- zur Verfügung.
Die Auswahl der Junior Fellows erfolgt durch den Internationalen Wissenschaftlichen Beirat des VWI.
Eine Bewerbung ist mit folgenden Unterlagen in Deutsch oder Englisch möglich:
- einem ausgefüllten Antragsformular,
- einer ausführlichen Beschreibung des Forschungsvorhabens, die die Ziele des Projekts enthält, den Forschungsstand und methodische Überlegungen (maximal 12.000 Anschläge)
- zwei Empfehlungsschreiben von akademisch ausgewiesenen Personen (bitte führen Sie an, wenn diese Schreiben gesondert übermittelt werden),
- einer Publikationsliste (falls anwendbar),
- einem aktuellen Lebenslauf mit Foto (fakultativ).
Die Anträge sind bis 13. Jänner 2023 in elektronischer Form (in einem PDF-Dokument zusammengefasst) mit dem Betreff „VWI-Junior Fellowships 2023/24“ an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu richten.
Sollten Sie keine Bestätigung über den Erhalt Ihres Antrages erhalten, ersuchen wir Sie, uns zu kontaktieren.







