Fellows
Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.
Florian
Zabransky
Jüdische Sexualität, Emotionen und Männlichkeit Im Dritten Reich
Sexualität, Emotionen und Verfolgung von Juden im Dritten Reich sind untrennbar miteinander verbunden. ‚Sexueller Antisemitismus‘, geschlechtsspezifische Demütigungen oder Sterilisation waren integraler Bestandteil des Vernichtungsprozesses. Die Untersuchung jüdischer, männlicher Intimität – hetero- und homosexueller Beziehungen, Verlust der Libido, Ehe, Liebe, Begierde oder sexualisierter Gewalt – legt geschlechtsspezifische Beziehungen offen und analysiert, wie männliche Juden ihre Intimität im Dritten Reich erlebten. Insbesondere wird die mikrohistorische Untersuchung von Intimitätshandlungen zeigen, wie Sexualität und Emotionen mit Selbstbehauptung, Männlichkeit und Agency konnotiert waren.
Florian Zabransky ist Doktorand an der University of Sussex. Er studierte Soziologie in Frankfurt, Rom und Hamburg. 2017 erhielt er das Clemens N. Nathan Stipendium für seine Forschungen zur jüdisch-männlichen Intimität im Dritten Reich. Seine Forschungsinteressen umfassen Holocaust Studies, Geschichte der Sexualität, Gender Studies und die Geschichte des Antisemitismus.