Fellows

Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.

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Elisabeth
Weber

Junior Fellow
10/2017 - 07/2018

Der Erste Weltkrieg und die Emanzipation der rumänischen Juden


Rumänien verfügte die Gleichstellung seiner jüdischen Bevölkerung erst unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg. Über die Frage, ob und wie die Juden Rumäniens zu emanzipieren seien, wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts heftig gestritten, das Thema beschäftigte Regierungen und jüdische Organisationen sowohl in Rumänien als auch in Westeuropa und in den USA. Das Forschungsvorhaben widmet sich der Debatte um die Gleichstellung der Juden Rumäniens während des Ersten Weltkriegs. Im Fokus der Analyse stehen der 1910 gegründete Verband der einheimischen Juden (Uniunea Evreilor Pământeni) und dessen Bestrebungen für die Emanzipation der rumänischen Juden und gegen den Antisemitismus der rumänischen Gesellschaft.

Da die Aktivitäten des Verbandes immer auf die Handlungen und Positionen der rumänischen Regierung, der Großmächte und der westlichen jüdischen Verbände bezogen blieben, werden – im Sinne der von Michael Werner und Bénédicte Zimmermann entwickelten Histoire croisée – alle diese Perspektiven in ihren vielfachen Verflechtungen untersucht und die Handlungslogiken der verschiedenen Akteure vor dem Hintergrund der sich während des Krieges international, national, regional wie innerjüdisch manifestierenden Konfliktlinien analysiert.

Elisabeth Weber ist Doktorandin am Forschungskolleg Der Erste Weltkrieg und die Konflikte der europäischen Nachkriegsordnung (1914–1923) oder: Die Radikalisierung des Antisemitismus in Europa am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Von 2009 bis 2013 wirkte sie an mehreren Ausstellungsprojekten des Deutschen Historischen Museums Berlin mit, seit 2016 ist sie an verschiedenen Buch- und Ausstellungsprojekten, u.a. für das Stadtmuseum Berlin, beteiligt.