Fellows

Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.

Menü

Messan
Tossa

Research Fellow
03/2021 - 07/2021

Artefakte der Holocaustliteratur im afrikanischen Kontext

Die zunehmende Verflechtung von Welten aufgrund der Überwindung realer Distanzen geht Hand in Hand mit der Übersetzung lokaler Eigenheiten in globale Repräsentationsmuster. Aufgrund dieser virtuellen Distanzlosigkeit werden Narrative des Zentrums auch zu globalen Paradigmen, die in der Folge Geltung für die Erklärung künftiger Erscheinungsformen analoger Realitäten entfalten.

Diese Feststellung trifft für das Thema Holocaust ebenso zu. Im Forschungsvorhaben werden dessen literarische Darstellungsmodi auch für die Dokumentation des Völkermordes in Ruanda herangezogen. Dieser Parallelismus ist so prägend, dass Robert Stockhammer in seinem Buch zum Völkermord in Ruanda vom „anderen Genozid“ spricht, womit er unmissverständlich auf den Holocaust Bezug nimmt. Das Vorhaben hegt aber vor allem die Absicht, diese Vereinnahmung poetischer, ästhetischer, und formaler Indizien der Holocaustliteratur in die Fiktionalisierung des Völkermordes in Ruanda kritisch zu hinterfragen und so die Eigenheiten herauszufiltern.

Messan Tossa ist Mitarbeiter im Staatsarchiv Togos und Honorardozent in der Germanistikabteilung der Université de Lomé, ehemaliger Fellow deutscher Förderungseinrichtungen wie etwa des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, der Alexander von Humboldt Stiftung und der Staatsbibliothek zu Berlin. Im Jahr 2014 promovierte er am Institut für Germanistik der Université de Lomé. Neben vielen Artikeln publizierte er 2018 das Buch Friedensdiskurse in der neueren deutschsprachigen Literatur.