Fellows
Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.
Suzanne
Swartz
Verborgene Begegnungen.
Berührungsfelder zwischen jüdischen und christlichen Kindern im NS-besetzten Warschau
Das Projekt untersucht die illegalen, heimlichen oder zufälligen Begegnungen und Interaktionen zwischen jüdischen und christlichen Kindern im deutsch besetzten Warschau. Solche Begegnungen kamen am häufigsten bei Widerstandshandlungen gegen die NS-Behörden zustande. Die Kontakte spielten sich in der Regel in Wirkungsfeldern ab, welche sich die Kinder selbst geschaffen hatten – wie etwa Schmuggler- oder Bettlerringe – sowie in Räumen oder unter Umständen, die von Erwachsenen errichtet bzw. kontrolliert wurden – wie etwa in Waisenhäusern, Klöstern oder Privatwohnungen, in denen Familien Jüdinnen und Juden versteckten. Diese Interaktionen von Kindern in gefährlichen Situationen waren hochkomplexe Kombinationen von sowohl friedlichen, als auch kämpferischen Elementen, wobei die Motivationen sich einander zu helfen, oft auch in die Grauzonen von Altruismus und/oder des Willens zur Selbstrettung wechselten. Die Studie untersucht diese Begegnungen von Kindern in kriegerischen Räumen und Feldern sowie über Grenzmarkierungen hinweg. Sie wird zeigen, wie Kinder sich innerhalb der Beschränkungen durch die NS-Unterdrückung bewegen, aber diese auch zu überwinden versuchen konnten.
Suzanne Swartz ist Doktorandin an der Stony Brook University, New York wo sie 2013 ihren M.A. erwarb. (B.A.: Colby College - 2007). Sie nahm am Archivseminar des German Historical Instituts und am Auschwitz Jewish Center Fellows Program teil. 2012 war sie Lipper Intern für Holocaust Education am Museum of Jewish Heritage. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Widerstand der Kinder, polnisch-jüdischen Beziehungen, Erinnerung und Holocaust-Bildung.