Fellows

Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.

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Anna-Raphaela
Schmitz

Junior Fellow
10/2016 - 04/2017

Rudolf Höß.

Handlungspraxis, Beziehungsstrukturen und Privatleben eines KZ-Kommandanten


Das Promotionsprojekt untersucht die personellen Netzwerke und die Handlungspraxis des KZ-Kommandanten Rudolf Höß und der SS-Funktionselite in Auschwitz-Birkenau. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Kommandanten, mit den diversen Blickwinkeln und Wahrnehmungen diverser Personengruppen sowie mit dessen Einbettung in den gesellschaftlichen Kontext des NS-Regimes bilden den Ausgangspunkt für die Studie. Planung und Durchführung des Holocaust werden dabei aus der Alltags- und Mikroperspektive von Höß untersucht. Mittels einer ‚praxeologischen‘ Biografie werden einerseits die von der NS-Führung vorgegebenen Rahmenbedingungen und anderseits die Handlungsmaximen sowie die sozialen Interaktionen der Täter analysiert. Diese Interaktion sowie die Verknüpfung der institutionellen und personellen Ebenen innerhalb und außerhalb der Lagermauern werden schließlich mittels einer Netzwerkanalyse dargestellt.

Anna-Raphaela Schmitz absolvierte 2010 ihr Magisterstudium in Geschichte und Politikwissenschaften an der Universität Trier und erhielt 2013 ihren Master in Holocaust Communication and Tolerance am Touro College, Berlin. Sie ist Doktorandin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und arbeitet als wissenschaftliche Hilfskraft am Zentrum für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte in München. Sie war EHRI-Fellow am Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) und Teilnehmerin der EHRI Summer School in Holocaust Studies am Instituut voor Oorlogs-, Holocaust en Genocidestudies (NIOD) in Amsterdam.