Fellows

Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.

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Eva
Reder

Junior Fellow
10/2013 - 08/2014

Pogrome in Polen 1918-1920 und 1945/1946:
Auslöser, Motive, Praktiken der Gewalt

Ziel des Projekts ist es, Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Kontinuitäten von Pogromen in Polen in den Zeiträumen 1918-1920 und 1945/46 zu analysieren. Der Fokus liegt dabei auf den Pogromauslösern, der Rolle der sich jeweils konsolidierenden Staatlichkeit sowie der Pogromdynamik. Ein besonderes Augenmerk soll auf das Konstrukt der jüdischen Aggression gelegt werden, das in beiden Fällen zentral für die Motivation und Selbstrechtfertigung der Täter war. Dabei lassen sich nicht nur Stereotypen und Gerüchte über die attackierte jüdische Opfergruppe als Bezugspunkte der Täter identifizieren, sondern auch ihr Selbstbild sowie ihr Verhältnis zu staatlichen Autoritäten. In der Diskussion der Spezifika und Ähnlichkeiten der untersuchten Pogrome soll vor allem performatives Verhalten berück¬sichtigt werden; der Darstellung wird damit zugrunde gelegt, was die Täter während der Gewalt gesagt und was sie getan haben. Der wenig erforschte Gewaltverlauf wird anhand von Militär- und Gerichtsakten sowie Zeugenaussagen rekonstruiert.

Eva Reder, Doktorandin am Institut für Osteuropäische Geschichte und Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien, mit dem Thema des VWI-Forschungsvorhabens. 2006-2008 journalistische Tätigkeit in Wien. 2009 Forschungsaufenthalt in Polen und der Ukraine, 2010-2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Österreichischen Mediathek/Technisches Museum Wien, FWF-Projekt Journale - The Radio News of ORF, 1990-1999. Stipendiatin am Herder-Institut Marburg sowie am Deutschen Historischen Institut/Warschau.