Fellows
Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.
Irina
Marin
Bäuerliche Gewalt und Antisemitismus im Dreiländereck Österreich-Ungarn, Russland und Rumänien, 1880–1914
Die Bauernunruhen und Agrarrebellionen, die das Dreiländereck Österreich-Ungarn, Russland und Rumänien an der Wende zum 20. Jahrhundert kennzeichneten, dienen der Studie als Hintergrund und als Bindeglied für eine umfassende, transnationale und vergleichende Darstellung sowohl des Rechtsstatus als auch des Schicksals der jüdischen Bevölkerung in der Region. Welche Position Juden in den Modernisierungsprozessen der Region einnahmen, wird dabei ebenso zu untersuchen sein, wie die Frage, wie diese Prozesse innerhalb der einzelnen Nationswerdungen begrifflich eingesetzt und mittelfristig konzeptualisiert wurden.
Irina Marin promovierte am University College London. Sie arbeitet zur Zeit an einem Projekt über den Zusammenhang von ländlicher Gewalt und Antisemitismus in Osteuropa. Die Schwerpunkte ihrer bisherigen Arbeiten waren Identitätspolitiken in der Donaumonarchie, Studien zu Grenzregionen und sozialen Konflikten.