Fellows

Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.

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Hana
Green

EHRI-Fellow
10/2022 - 10/2026

Illegales Leben: „Arische“ Scheinidentitäten jüdischer Frauen während des Holocaust

Dieses Dissertationsprojekt untersucht „arische“ Scheinidentitäten jüdischer Frauen in Zentraleuropa während des Holocaust. Im Vordergrund stehen dabei jene Transformationsprozesse, die die Annahme einer solchen, falschen Persona für diese Frauen und ihre jeweilige Vorkriegsidentität bedeuteten, sowie die individuellen Implikationen dieser Umformung als eine unmittelbare Reaktion auf Verfolgung. Anhand von Fallstudien und Erfahrungsberichten nähert sich diese Studie dem Themenkomplex an. Vom Standpunkt „arischer“ Scheinidentität aus erscheint die Alltagsgeschichte des Holocaust zwischen jüdischer Absenz und Präsenz in einem neuen Licht, denn in dieser relationalen Perspektive wird „das Arische“ aus jüdischer Sicht artikuliert und performiert. In Rückbindung an transnationale und transhistorische Fragestellungen von Identitätsbildung und -formbarkeit, fokussiert dieses Projekt insbesondere geschlechtsspezifische Erfahrungen von Trauma und Überleben. Die Annahme „arischer“ Scheinidentitäten durch jüdische Frauen wird somit als ein von Gender-Logiken geprägter Moment in der Historiografie des Holocaust verhandelt.

Hana Green Hana Green ist Doktorandin am Strassler Center für Holocaust- und Genozidstudien der Clark University (USA). Ihr Bachelorstudium in Geschichte hat sie an der University of Florida absolviert, gefolgt von einem Master in Holocaust-Studien an der Universität Haifa (Israel). Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen: Geschichte des Holocaust, Jüdische Geschichte, Gender und Identität. Sie war Stipendiatin des Leo Baeck Institutes, des Hadassah-Brandeis-Instituts, EHRI und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Zuletzt erhielt sie ein Claims Conference Fellowship (The Conference on Jewish Material Claims against Germany; 2018 bis heute).