Fellows
Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.
Emily
Gioielli
Kataklysmus: Wasser und der Holocaust in Zentraleuropa, 1933-1945
„Kataklysmus“ ist der sozio-ökologischen Geschichte des Holocaust im östlichen Zentraleuropa gewidmet. Das Element Wasser dient dabei als Konnex, um zu ergründen, wie hybride menschlich-ökologische Prozesse die Praktiken, Erfahrungen, Räume und Erinnerungen von Gewalt und Verfolgung der europäischen Juden geprägt haben und wie, im Umkehrschluss, der Massenmord von Umwelt und Ökologie beeinflusst war. Anhand von Methoden und Leitfragen aus den Fachbereichen der Umwelt- und der Sozialgeschichte untersucht „Kataklysmus“ vier Themengebiete, die sich durch besonders starke Wechselwirkungen und Spannungen zwischen menschlichem Handeln und natürlichen Prozessen der unmittelbaren Umwelt auszeichnen: die Konstruktion genozidaler Räume und „Paria-Landschaften“; Zwangsarbeit in Camps und Ghettos, Massentötungsoperationen; und Widerstand und Anpassung an eine Umwelt der Zerstörung, die das nationalsozialistische Regime und deren Verbündete in Zentral-, Ost- und Südosteuropa geschaffen hatten.
Emily Gioielli ist ab August 2021 Assistenzprofessorin der Geschichte am Humanities and Arts Department des Worcester Polytechnic Institute. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen: Geschichte der Gewalt und des Regimewechsels aus transdisziplinärer Perspektive, Frauengeschichte, sowie Gender und Sexualität im Zentraleuropa des 20. Jahrhunderts. Ihr Doktorat hat sie an der Central European University (Budapest) abgeschlossen und ihre Forschungen wurden vom Imre Kertész Kolleg Jena, dem American Council of Learned Societies (ACLS), dem Rockefeller Archive Center, und den Open Society Archives in Budapest unterstützt.