Fellows
Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.
Timm
Ebner
Die Kolonialliteratur des Nationalsozialismus.
Verräterfiguren ‚hinter den Kulissen des Welttheaters’
Vom Verlust der Kolonien im Ersten Weltkrieg bis über die Kapitulation des ‚Dritten Reichs’ hinaus waren die Rassenideologien in Deutschland durch ein Denken geprägt, das sich von der späteren Dekolonisierung anderer Kolonialreiche stark unterschied. Dieser Sachverhalt wirkte sich auch auf den Antisemitismus aus, der hier im engen Kontext zum Kolonialismus untersucht wird. Als Quellenmaterial dienen die völkisch-nationalsozialistische Kolonialliteratur und die NS-Filmproduktion. Weil koloniale Themen in der NS-Zeit Hochkonjunktur hatten und noch deutlich populärer waren, als während der deutschen Kolonialherrschaft (allein 1933 bis 1945 erschienen mindestens 300 Titel) ist der zu untersuchende Korpus immens. Allein wurde dieses Material bisher von der geschichtswissenschaftlichen wie der kulturwissenschaftlichen Forschung weitgehend vernachlässigt.
Timm Ebner studierte an der Freien Universität (Berlin) Literaturwissenschaft, Neuere Geschichte und Philosophie. Er arbeitete am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (Berlin) uns war darüber hinaus als Journalist tätig. 2015 promovierte er in Erfurt im Fach Literaturwissenschaft.