Fellows

Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.

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Zuzanna
Dziuban

Research Fellow
12/2014 - 08/2015

Zum Nachleben der Vernichtungslager der ‚Aktion Reinhardt‘


Das Projekt wird eine umfassende und interdisziplinäre Analyse des Nachlebens der Vernichtungslager der ‚Aktion Reinhardt‘ ermöglichen. Zu diesem Zweck wird die Studie den Spuren der Nachgeschichte der ehemaligen Vernichtungslager in der wissenschaftlichen Forschung, in den Erinnerungskulturen, öffentlichen Auseinandersetzungen und in der Kunst von 1943 bis heute nachgehen. Bełżec, Sobibór und Treblinka werden dabei als komplexe und multidimensionale soziale, kulturelle und politische Phänomene dargestellt, wobei diese ehemaligen Lager sowohl als sich laufend verändernde physische Orte aber auch als herausfordernde, schwierige Subjekte der historischen Forschung, von Rechtsverfahren, kulturellen und künstlerischen Repräsentationen sowie privaten und öffentlichen Erinnerungsritualen zu verstehen sind. Gleichzeitig versucht das Projekt, die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen diesen klar abgrenzbaren, aber doch unvermeidlich eng miteinander verbundenen Sphären zu erkunden. Damit ist diese historisch-empirisch Studie durchaus auch innerhalb einer breiteren theoretischen Reflexion über Geschichte, Politik, Recht und Gerechtigkeit sowie Erinnerung zu verorten: Die ehemaligen Vernichtungslager der ‚Aktion Reinhardt‘ werden zu einem Brennglas, durch das die Gedächtnispolitik der Nachkriegszeit und generell die Dynamik der Holocaust-Erinnerung an sich analysiert werden kann.

Zuzanna Dziuban promovierte im Fach Kulturwissenschaften an der Adam Mickiewicz Universität in Poznań. Sie war Post-Doctoral Fellow im Rahmen der Forschungsgruppe ‚Geschichte & Gedächtnis‘ der Universität Konstanz, der Humboldt-Universität zu Berlin und des Hauses der Wannsee-Konferenz. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Bezüge zwischen Gewalt, Erinnerung, Raum und Holocaust sowie die Kulturpolitik der Trauer der Nachkriegszeit.