Fellows
Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.
Thomas
Chopard
Kreuz und quer durch Mittel- und Osteuropa.
Migrationen von Jüdinnen und Juden nach dem Holocaust in transnationaler Perspektive
Das Projekt wird eine umfassende Untersuchung der jüdischen Massenmigrationen nach dem Holocaust bieten, die Gründe dafür sowie die einzelnen Migrationsrouten und die rechtliche Behandlung von Emigrantinnen und Emigranten analysieren. Es wird die Wege der Migranten aus ihren jeweiligen Heimatländern bis zu ihrer Abreise aus Europa nachzeichnen. Dabei werden transnationale Ansätze mit der Methode der Mikrohistorie kombiniert, um das globale Phänomen der Migration besser fassen zu können. Durch die genaue Untersuchung des ständigen Wandels legaler und humanitärer Kategorien, aber auch von deren konkreter Implementierung, fokussiert das Projekt auf die Umsetzung einer Politik der ‚Gastfreundschaft‘ für jüdische Migrantinnen und Migranten nach dem Holocaust mithilfe der Kategorie der „Jewish Displaced Persons“.
Thomas Chopard promovierte an der L´École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Frankreich und war bis vor kurzem Postdoc am Institute of Historical Research der Universität London. Nach seinem Forschungsschwerpunkt antijüdische Gewalt in Mittel- und Osteuropa 1921–1924, beschäftigt er sich zurzeit mit jüdischen Migrationen nach dem Holocaust.