Fellows
Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.
Andrii
Bolianovskyi
Struktureller Völkermord und die Instrumentalisierung des Antisemitismus:
SS, Polizei, Sicherheitsdienste des nationalsozialistischen Deutschlands, ihre Hilfskonstruktionen und der Holocaust in der Ukraine, Juli 1941–Juli 1944
Hauptgegenstand des Projekts sind die besatzungspolizeilichen Strukturen des nationalsozialistischen Deutschlands in der Ukraine 1941¬–1944. Besonderes Augenmerk wird auf die vergleichende Analyse des Einsatzes von Ukrainern, Russen, sogenannten Volksdeutschen und Personen anderer Nationalitäten in den Polizeistrukturen des Dritten Reichs in der nationalsozialistischen Besatzungspolitik gelegt.
Das Ziel der Forschung ist die Untersuchung der Organisationsstruktur, der Führung, der Anzahl, der Funktionen und der Befugnisse der deutschen Polizei und ihrer Hilfskräfte im System der Vorbereitung und Durchführung der Shoah in der Ukraine. Zahlreiche bisher unbekannte Dokumente aus Archiven der Ukraine, Deutschlands, Israels, der Vereinigten Staaten, Polens, Russlands und Österreichs werden für die Studie zum ersten Mal verwendet.
Andrii Bolianovskyi, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Iwan-Krypjakewytsch-Institut für Ukrainische Studien an der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Lviv. Er ist auf die (westliche) Ukraine, Polen, Deutschland und Russland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spezialisiert, seine Forschungsinteressen umfassen Holocauststudien, nationalistische Bewegungen, Massengewalt und Völkermord, interethnische Konflikte sowie Kriegsverbrechen.