Fellows
Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.
Béla
Bodó
Edmund Veesenmayer in Budapest: Die letzte Phase des Genozids an Jüdinnen und Juden
Dieses Projekt untersucht das Privatleben und die politische Karriere von Edmund Veesenmayer, Hitlers persönlichem Vertreter und Reichsbevollmächtigten in Ungarn zwischen März und Dezember 1944. Als Chefdiplomat Nazi-Deutschlands verhinderte Veesenmayer in der Endphase des Krieges Ungarns Austritt aus dem Achsenbündnis. Er setzte die konservative Regierung Kállay ab, ernannte Minister, orchestrierte die Verhaftung politischer Gegner und beschleunigte den wirtschaftlichen Wandel Ungarns zum Vorteil des Deutschen Reichs.
Dieses Projekt untersucht das Privatleben und die politische Karriere von Edmund Veesenmayer, Hitlers persönlichem Vertreter und Reichsbevollmächtigten in Ungarn zwischen März und Dezember 1944. Als Chefdiplomat Nazi-Deutschlands verhinderte Veesenmayer in der Endphase des Krieges Ungarns Austritt aus dem Achsenbündnis. Er setzte die konservative Regierung Kállay ab, ernannte Minister, orchestrierte die Verhaftung politischer Gegner und beschleunigte den wirtschaftlichen Wandel Ungarns zum Vorteil des Deutschen Reichs.
Veesenmayer spielte eine wichtige Rolle bei der Deportation ungarischer Juden in das Dritte Reich und das von den Nazis besetzte Europa im Frühjahr und Frühsommer 1944, als mehr als zwei Drittel der 450.000 Deportierten in Arbeits- und Vernichtungslagern ums Leben kamen. Das Projekt beleuchtet Veesenmayers Tätigkeit als Ökonom, Wissenschaftler, Diplomat und als einer der Architekten des Holocaust. Es untersucht auch seine Aussage im Endre-Baky-Jaross-Prozess 1946, sein Verhalten bei seinem eigenen Nürnberger Prozess 1948/49 und sein späteres Leben als erfolgreicher Geschäftsmann in Deutschland nach seiner Freilassung 1951.
Béla Bodó promovierte 1998 an der York University in Kanada. Er ist Professor für Geschichte an der Universität Bonn in Deutschland. Sein neuestes Buch mit dem Titel Black Humor and the White Terror wurde 2023 bei Routledge veröffentlicht.
bela.bodo@vwi.ac.at