Fellows

Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.

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Susanne
Barth

Junior Fellow
10/2015 - 05/1016

Die Oberschlesische Hydrierwerke AG und das Auschwitz Nebenlager Blechhammer 1939-1945

Basierend auf neu zugänglich gewordenem Quellenmaterial untersucht das Dissertationsprojekt die Geschichte der Oberschlesischen Hydrierwerke AG, eine 1939 im Auftrag des Reichsamts für Wirtschaftsausbau im oberschlesischen Blechhammer in Planung genommene synthetische Treibstoffanlage. Zum Aufbau des Werks wurden neben ca. 20.000 Fremd- und Zwangsarbeiterinnen und -arbeitern aus allen Teilen des von NS-Deutschland besetzten Europas und alliierten Kriegsgefangenen auch jüdische Häftlinge eingesetzt. Im März 1942 errichtete die Reichsautobahn dort ein Zwangsarbeitslager für Juden, das infolge der Übernahme durch das KZ Auschwitz im April 1944 mit durchschnittlich 4.000 bis 6.000 Häftlingen zu dessen zweitgrößtem Außenlager wurde. Das Forschungsprojekt analysiert die ideologische und kriegswirtschaftliche Funktion des Werks sowie die enge Zusammenarbeit der industriellen Eliten mit der Organisation Schmelt und dem Vernichtungslager Auschwitz. Gleichzeitig soll versucht werden, die Lebensbedingungen der Häftlinge in Blechhammer zu rekonstruieren.

Susanne Barth ist Doktorandin an der Universität Oldenburg, wo sie einen Magister in Geschichte und Politikwissenschaft erwarb. 2012 war sie EHRI-Fellow am Instituut voor Oorlogs-, Holocaust- en Genocidestudies (NIOD) in Amsterdam und im akademischen Jahr 2012/2013 Saul Kagan Claims Conference Academic Fellow in Advanced Shoah Studies.