Fellows
Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.
Maayan
Armelin
Leadership Styles and Social Relations in the SS-Einsatzgruppen
Im Fokus des Promotionsvorhabens stehen Führungsstile der Befehlshaber der SS-Einsatzgruppen sowie deren Sozialbeziehungen untereinander: Wie beeinflussten Zusammenhalt, Kameradschaft, Herkunft und Prägung den Impuls zur Teilnahme am Massenmord? Im vorliegenden Projekt wird anhand von Forschungsliteratur an die genannten Themenkreise angeknüpft, und es werden Handlungsstrukturen, Kontexte und Sozialbeziehungen innerhalb verschiedener Institutionen des NS-Regimes untersucht.
Durch die Anwendung sozialpsychologischer Konzepte wie gruppeninterner Dynamiken, ‚leadership’-Ansätzen und Fragen zu Konformität und Gruppendruck, analysiert die Studie Aussagen ehemaliger Einsatzgruppenmitglieder aus Deutschland und Österreich. Die Zusammenführung historischer und psychologischer Perspektiven veranschaulicht, wie bestimmte soziale Dynamiken zum Ausmaß der von den Einsatzgruppen begangenen Massenverbrechen beitrugen.
Maayan Armelin ist Doktorandin am Strassler Center for Holocaust and Genocide Studies an der Clark University in Worcester, MA. Ihren BA in Geschichte und Psychologie sowie MA in Sozialpsychologie erlangte sie an der Universität Haifa. Sie erhielt Fellowships von der Claims Conference (2014–2019) und von EHRI (2017–2018). Zuvor war sie am Strochlitz Institute for Holocaust Research an der Universität Haifa und im Redaktionsteam des Journal of Holocaust Research beschäftigt.