Fellows

Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.

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Yulia
Abibok

Junior Fellow
10/2022 - 08/2023

Opfer, Täter und „Unsere Jungs“:

Interethnische Beziehungen und Massenmorde in Ostgalizien

Das Forschungsprojekt konzentriert sich auf die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg im ehemaligen Powiat Trembowelski (auf dem Gebiet der Region Ternopil in der heutigen Ukraine). Dabei soll die Geschichte des Zweiten Weltkriegs aus der Perspektive der Mitglieder einer relativ kleinen multikulturellen Gemeinschaft betrachtet werden. Das Projekt zielt darauf ab, ein allgemeines Bild des Lebens in den Jahren 1917-1945 im Powiat Trembowelski zu zeichnen und das Problem auf der Mikroebene zu betrachten, indem persönliche Geschichten von Menschen ukrainischer, jüdischer und polnischer Herkunft aus dem Gebiet recherchiert und analysiert werden, um die gesamte Komplexität der Beziehungen während dieser Zeit aufzuzeigen. Die individuellen Entscheidungen von Täter:innen, Lebensretter:innen und Schaulustigen sollen nachgezeichnet und erklärt werden, da diese unter extremen Umständen getroffen wurden und identitätsbasierte Gruppierungen und Spaltungen förderten.

Yulia Abibok, Wissenschaftlerin (Judaistik) und Journalistin und, studiert Comparative History an der Central European University. Ihre Forschungsinteressen umfassen territoriale und interethnische Konflikte in Osteuropa und im (post-)sowjetischen Raum; Aufbau von Gruppenidentitäten und Propaganda; soziale Transformationen, Geschäftsbeziehungen und organisierte Kriminalität in den 1990er Jahren in den postsowjetischen Ländern.