Regina Fritz: Nach Krieg und Judenmord. Ungarns Geschichtspolitik seit 1944

Göttingen 2012

Donnerstag, 21. Februar 2013 - 18:30
Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11, 1030 Wien

Die tragische Bilanz der nationalsozialistischen Besatzung Ungarns im März 1944 war mehr als eine halbe Million ungarisch-jüdischer Opfer, deren überwiegende Mehrheit zwischen Mai und Juli 1944 in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde. Von wenigen Ausnahmen abgesehen setzte sich die ungarische Historiographie, Geschichtspolitik und Gesellschaft mit diesem brutalen Kapitel der Landesgeschichte lange Zeit nicht oder kaum kritisch auseinander. So vermied man, auch sich mit der Kollaboration zu beschäftigen, ohne welche die Deportation der Jüdinnen und Juden in dieser Schnelligkeit und diesem Ausmaß nicht möglich gewesen wäre.

Regina Fritz beschreibt in ihrem Buch die Auseinandersetzung mit dem Holocaust unter demokratischen Voraussetzungen unmittelbar nach Ende des Krieges, über die Zeit des Stalinismus und Kádárismus bis in die Zeit der Wende und der Dritten Republik. Wie und aus welchen Gründen wurde dieser Teil der Geschichte thematisiert, genutzt, umgedeutet und schließlich tabuisiert bzw. zugunsten anderer nationaler Opfernarrative zunehmend ausgeblendet? Welchen Anteil hatten politische Akteure bzw. Interessen daran, und wie wirkten internationale Prozesse auf die ungarische Aufarbeitung?

 

Podiumsgespräch

Regina Fritz (Autorin)

Béla Rásky (Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien)

 

Im Rahmen der Veranstaltung liest

Emese Fáy aus Werken von:

Sándor Márai

Ágnes Zsolt

István Vas

István Örkény

János Pilinszky

Zsófia Balla

György Dalos

 

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