Gedenktafelenthüllung zu ungarisch-jüdischer Zwangsarbeit
bei der Offenen Volksschule Konstanziagasse
Offene Volksschule Konstanziagasse
Konstanziagasse 24-26, 1220 Wien
80 Jahre nach der Auflösung wird eine Gedenktafel an die 358 jüdischen Frauen, Männer und Kinder aus Ungarn, die von den Nationalsozialisten verschleppt und zwischen Juli 1944 und April 1945 als Zwangsarbeiter:innen in der Konstanziagasse 24-26 interniert wurden, erinnern. Am 6. April 1945 löste die SS das Lager auf, die Häftlinge wurden entlang der Donau nach Mauthausen getrieben. Obwohl das Lager von großer Bedeutung war, sind heute nur wenige Quellen oder Erinnerungen darüber erhalten. Unter anderem geben die Tagebucheintragungen von József Bihari (1883-1945), der im Juli 1944 aus Strasshof ins Lager kam und die unmenschlichen Lebensbedingungen an diesem Ort dokumentierte.
Die Initiative zur Errichtung der Gedenktafel entstand aus einer Zusammenarbeit von Verena Tannenberger (Lehrerin an der Offenen Volksschule Konstanziagasse) gemeinsam mit dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI). Die feierliche Enthüllung findet als Intervention in Anwesenheit der Bezirksleitung statt. Im Rahmen der Veranstaltung werden Schüler:innen aus ausgewählten Zeitzeugenberichten vorlesen. Anschließend wird mit einer symbolischen Luftballon-Aktion allen 358 Opfern gedacht.
Weitere Infos zum Projekt des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien zu ungarisch-jüdischer Zwangsarbeit in Wien 1944/45 sind in einem interaktiven Stadtplan erkundbar: http://ungarische-zwangsarbeit-in-wien.at/
