66.000. Schreiben gegen das Vergessen
2018
Metro-Kino
Johannesgasse 4, 1010 Wien
Vom 21. bis 28. Juni 2018 schrieben in der großangelegten Kunstaktion Schreiben gegen das Vergessen von Margarete Rabow mehr als 600 Freiwillige die Namen der 66.000 österreichischen Todesopfer der Shoah auf die Prater Hauptallee – beschrifteten mit weißer Schulkreide, auf den Knien rutschend mehrere Kilometer der Pratermagistrale. Auf diese Weise versinnbildlichten sie inmitten des sommerlichen Freizeitgetümels den immensen Menschenverlust. Kreide ist ein so einfaches wie probates Mittel. Jeder kennt sie, jeder hat sie schon einmal in der Hand gehalten. Dennoch ist das mit Kreide auf die Straße geschriebene Wort so flüchtig und unbeständig wie der Lauf der Geschichte. Passanten gehen darüber hinweg, Regen spült es fort: So geschehen an einigen regnerischen Tagen während der Aktion. Allein von jedem Namen wurde mit einer analogen 16mm-Filmkamera Einzelbilder gemacht. Aus dem Projekt Schreiben gegen das Vergessen entstand ein Film von ca. einer Stunde Länge bei 24 Kadern (Bildern)/Namen pro Sekunde: ein Film, der bleiben wird, und ein beständiges Memento, eine Erinnerung an die österreichischen Opfer der Shoah markiert.
Eine weiter Projektion wird am Sonntag, 11. November 2018, 15:30 Uhr, ebenfalls im Metro-Kino stattfinden.