Archiv

Kontakt:
 

Für den Besuch des Archivs ist  eine Voranmeldung notwendig.
Öffnungszeiten:
Mo: 9–13 Uhr
Di: 9–13 Uhr
Mi: 11–15 Uhr
 
Bitte bringen Sie einen gültigen Lichtbildausweis mit.

Das Archiv des VWI betreut neben seinem institutseigenen Archiv auch mehrere Sammlungen. Dazu gehört das Archiv des Bundes Jüdischer Verfolgter des Naziregimes (Simon Wiesenthal Archiv) aus den ehemaligen Büros Simon Wiesenthals in Linz und Wien. Seit 2018 sind die holocaustbezogenen historischen Bestände des Archivs der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien als Leihgabe im VWI untergebracht und nutzbar. Das Archiv übernimmt laufend Vor- oder Nachlässe von Personen, die sich mit dem Holocaust oder dessen Erforschung beschäftigt haben, sowie kleinere Sammlungen mit Holocaust-Bezug. Vor Ort können die Videointerviews des Austrian Heritage Archive (AHA), des Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies, die Interview-Sammlung „Final Account: Third Reich Testimonies“, die Interviews der USC Shoah Foundation sowie des Videoarchivs der Refugee Voices genutzt werden.

USC Shoah Foundation

Während der Dreharbeiten zu Schindlers Liste initiierte Steven Spielberg ein Projekt zur Dokumentation von Zeitzeug:innenberichten des Holocaust, das durch die 1994 gegründete gemeinnützige Organisation „Survivors of the Shoah Visual History Foundation“ (Shoah Foundation) umgesetzt werden sollte. Ziel war es, etwa 50.000 Interviews mit Überlebenden des Holocaust filmisch aufzuzeichnen, zu katalogisieren und zu archivieren. Bis 1999 entstanden so 52.000 Interviews in 56 Ländern und 32 Sprachen – nicht nur mit jüdischen Überlebenden, sondern auch mit anderen Verfolgten wie Sinti:zze und Rom:nja, Homosexuellen, Zeugen Jehovas, politisch Verfolgten und Überlebenden der Eugenikpolitik. Es wurden auch Interviews mit Retter:innen und Helfer:innen, Befreier:innen und Zeug:innen der Befreiung sowie Beteiligten an den Kriegsverbrecherprozessen geführt. Bis 2006 wurde das gesammelte Filmmaterial, das etwa 120.000 Stunden umfasst, gesichtet, katalogisiert, indexiert und im Visual History Archive verfügbar gemacht. Es ist die weltweit umfangreichste Interviewsammlung zum Nationalsozialismus und Holocaust.

Inzwischen wird das Visual History Archive um Sammlungen von Interviews mit Überlebenden und Zeug:innen weiterer Genozide und Massenverbrechen erweitert. So finden sich im Archiv u.a. Sammlungen von Interviews mit Überlebenden des Nanjing Massakers (1937), des Genozids an den Armenier:innen (1915–1923), des Genozids an den Tutsi in Ruanda (1994), des Genozids in Guatemala (1978–1996), des Autogenozids der Roten Khmer in Kambodscha (1975–1979), des Bürgerkriegs im Südsudan (2013–2018), des Bürgerkriegs in Zentralafrika (2013–2018), der Verfolgung und Vertreibung der Rohingya in Myanmar (August–Oktober 2017), des Krieges und Genozids in Bosnien-Herzegowina sowie des aktuellen Antisemitismus (seit 2015).

Die Sammlung ist auf den Leseplätzen des VWI Archivs einsehbar.