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Kinga Frojimovics
Research Fellow (12/2013 – 08/2014)

 

Die Beziehungen der Jüdischen Gemeinde Pest und der Israelitischen Kultusgemeinde Wien in der Zeit vom Anschluß bis zum Beginn der Deportationen, 1938-1941

 

FROJIMOVICS1938 — dem Jahr des Anschlusses in Österreich und des ersten (anti-)Jüdischen Gesetzes in Ungarn — waren die jüdische Gemeinde Pest [Pesti Izraelita Hitközség, (PIH)] und die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) die beiden größten jüdischen Gemeinden Mitteleuropas. Die beiden jüdischen Gemeinden konnten 1938 bereits auf eine seit über einem Jahrhundert gepflegte und gefestigte Beziehung zurückblicken. 1938 brachte jedoch eine grundlegende Veränderung in diesen Beziehungen. Während bis 1938 die Verbindung zum großen Teil auf Liturgie/Zeremonie und sozialen Begegnungen zwischen individuellen Mitgliedern der beiden Gemeinden beruhte, standen ab 1938 aufgrund der sich immer verschlimmernden anti-jüdischen Diskriminierung soziale und legale Unterstützung alleinig im Vordergrund.
Das systematische Studium der Verbindungen zwischen den beiden größten mitteleuropäischen jüdischen Gemeinden zwischen 1938 und 1941 wird das Verständnis dafür fördern, wie diese in wachsendem Maße negativ beeinflussten zentralen Institutionen jüdischen Lebens versuchten, ihren Mitgliedern und einander während der ersten Phase des Holocaust Unterstützung zu gewähren. Es ist besonders wichtig, die Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfestellung dieser beiden Gemeinden aufzuzeigen, da diese jüdischen Institutionen oft in historischen Arbeiten als isolationistische Einrichtungen beschrieben werden, die keinerlei Interesse oder Beteiligung an den Problemen der jüdischen Welt im Allgemeinen gezeigt hätten.

 

Kinga Frojimovics, Historikerin und Archivistin. Seit 2007 Leitung der Ungarischen Abteilung der Yad Vashem Archive (Jerusalem, Israel). Seit 2010 zusätzlich Forschungsmitarbeiterin am Hadassah-Brandeis Institute, Brandeis University (Waltham, MA, USA). Ihre Forschungstätigkeit ist der Geschichte der Juden in Ungarn im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert gewidmet. Besondere Schwerpunkte liegen auf jüdischen religiösen Bewegungen in Ungarn und auf dem Holocaust. Sie ist Mitherausgeberin von MAKOR, the Series of the Hungarian Jewish Archives (Budapest).

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