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The People Write!

 

Polish Everyman Autobiography. From the Great Depression to the Holocaust

  

Das im Rahmen des Elise-Richter-Programmes des FWF geförderte, am Wiener Wiesenthal für Holocaust-Studien (VWI) verankerte Forschungsvorhaben The People Write! von VWI-Alumna Kate Lebow stellte in der Zwischenkriegszeit verfasste Autobiographien von Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeitern und anderen ‚gewöhnlichen Leuten’ in Polen in den Mittelpunkt der Fragestellung: Inspiriert von der Chicago School konzipierten polnische Soziologen in den 1920er-Jahren Wettbewerbe zur Aufzeichnung von Autobiographien als eine Methode, um persönliche Narrative von Arbeitern, Bauern, Jugendlichen, Angehörigen von Minderheiten, Arbeitslosen und anderen zu erhalten.

 

Die besten Texte in jeder sozialen Gruppe wurden gesondert ausgezeichnet. Diese ‚polnische Methode der Sozialforschung’, wie sie international bald bekannt wurde, übertraf alle Erwartungen der beteiligten Forscherinnen und Forscher. Bis in die 1930er-Jahren hatten diese  Wettbewerbe eine lebendige Kultur des Verfassens von Selbstzeugnisse hervorgebracht, die unterschiedlichste Milieus von bäuerlichen Jugendgruppen bis hin zu jüdischen Kulturzirkeln umfasste.

 

Mithilfe eines interdisziplinären und transnationalen Zugangs untersuchte das Projekt diese sozialen Autobiographien vor dem breiteren Hintergrund der Mitte des 20. Jahrhunderts herrschenden Faszination für dokumentarische Repräsentationen des ‚kleinen Mannes’. Nicht die Frage, was soziale Autobiographien über das Polen der Zwischenkriegszeit mitteilen können, war zentral, sondern vielmehr die Erkenntnis wie sich lokale narrative Praktiken global auswirken.

  

Das Projekt wurde im September 2016 abgeschlossen.

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